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Die Kunst der Verkleidung

Von JÜRGEN KISTERS, 12.11.07, 16:59h, aktualisiert 12.11.07, 22:08h

Sülz / Klettenberg - "Kunst im Carrée" präsentiert Bilder, Installationen und Fotos in Geschäften. Unter dem Motto „Alles Maskerade“ beteiligen sich 41 Künstler und 32 Geschäftsleute.

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Heinz Schmeddeshagen hat sein Gemälde von zwei prächtig maskierten Teilnehmern des Kölner "Christopher Street Day" zwischen Alltagsbekleidung eines Herrenmodengeschäfts platziert.
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Heinz Schmeddeshagen hat sein Gemälde von zwei prächtig maskierten Teilnehmern des Kölner "Christopher Street Day" zwischen Alltagsbekleidung eines Herrenmodengeschäfts platziert.
Unter dem Motto „Alles Maskerade“ beteiligen sich 41 Künstler und 32 Geschäftsleute.

Sülz / Klettenberg - Auch in diesem Jahr haben sich die Organisatoren der Interessengemeinschaft Sülz / Klettenberg Carrée mit ihrer Veranstaltung „Kunst im Carrée“ wieder etwas Besonderes ausgedacht. Mit Moonlight-Shopping und verkaufsoffenem Sonntag sorgte die Kunst in 32 Sülzer und Klettenberger Geschäften und Institutionen nun schon zum fünften Mal für ein ebenso ungewöhnliches wie stilvolles Einkaufsambiente. „Alles Maskerade“ lautet das Thema, zu dem 41 Künstler zwischen Naturbezügen und Modebetrachtungen die unterschiedlichsten malerischen und fotografischen Beiträge beigesteuert haben - und in den Geschäften im Viertel zwischen Berrenrather Straße, Luxemburger Straße und Sülzburgstraße ausstellen.

Lediglich 14 Teilnehmer waren schon im vergangenen Jahr dabei, so dass jeder künstlerische Wiederholungseffekt bereits im Vorhinein ausgeschlossen wurde. Stolz betonte Organisatorin Brigitte Hellwig bei der Eröffnungsveranstaltung im Tanzzentrum Weißhausstraße, dass „Kunst im Carrée“ die einzige Kölner Kunstmeile mit einer offenen Ausschreibung und einer thematischen Vorgabe ist.

Das Thema „Alles Maskerade“ haben die Veranstalter bewusst als Bezugspunkt und gleichzeitiges Gegenbild zur zeitgleichen Karnevals-Sessions-Eröffnung gewählt. Nur die wenigsten Künstler thematisieren denn auch wie Inge Maxeiner (in der Stadtsparkasse) und Sabine Voigt (in der zahnärztlichen Praxis May) direkt den Karneval. Die meisten zeigen die „Kunst der Maskerade“ als ganz normale Alltagsstrategie: die Lust an der Verwandlung auf der einen, die Notwendigkeit zu Rollenspiel und Verstellung auf der anderen Seite. Marlies Bockhorn spielt zeichnerisch mit der Spannung von „echtem“ und Maskengesicht, zu sehen im Tanzzentrum. Heinz Schmeddeshagen präsentiert im Modegeschäft Schulte zwischen schlichter Alltags-Herrenbekleidung ein Gemälde von schrill geschmückten Teilnehmern während des Kölner Christopher Street Days. Ingrid Wolf zeigt im Optiker-Geschäft Potyka Bilder von gesichtslosen Frauen.

Die individuelle Dimension von Maskeraden kommt in den Künstlerbeiträgen ebenso vor wie die gesellschaftliche. Letzteres zeigen besonders die großformatigen Porträts von verhüllten muslimischen Frauen, die Hanne Horn beim Optiker Bruckhaus ausstellt. Die soziale Bedeutung von Maskeraden zeigt im Designgeschäft Eicie auch Susanne Lührig in ihren Fotos von den im Weiß gekleideten jungen Männern beim Stier-Rennen im spanischen Pamplona, das alljährlich eine Woche lang zum Auftakt der Stierkampfsaison stattfindet. Lührig nimmt bereits zum vierten Mal bei der Sülz-Klettenberger-Kunstmeile teil und wurde in diesem Jahr mit dem „Kunst im Carrée-Preis“ ausgezeichnet. Einen Sonderpreis erhielten außerdem die Studierenden der Akademie „Die Maske“, die mit Ethno- und Weißmasken sowie mit beweglichen Mündern und Augen belebten Schuhen in der Apotheke am Questerhof und einem leer stehenden Ladenlokal an der Luxemburger Straße 283 äußerst originelle Augenreize bieten.

So belebt die Kunst auch in diesem Jahr die Lust, im Viertel zwischen Berrenrather Straße, Luxemburger Straße und Sülzburgstraße neugierig zu flanieren. Und die Veranstalter sind durch den guten Publikumszuspruch an den Eröffnungstagen wieder einmal erfreut über die gelungene Kombination von Kunst, Schauen und Einkaufen. Was den direkten Verkauf angeht, so gestaltete sich die Veranstaltung nach Einschätzung der Interessengemeinschaft Sülz / Klettenberg Carrée für Geschäftsleute und Künstler ebenso wechselhaft heiter bis wolkig wie das Wetter am Wochenende.

Die Kunstpräsentationen können bis zum 17. November während der Geschäftszeiten besichtigt werden. Am 15. November, 19.30 Uhr, startet am Treffpunkt Berrenrather Straße 296 eine fachkundige Führung. Weitere Informationen sind im Internet zu finden:

 www.suelz-koeln.de



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