Schriftgröße

Umweltbundesamt fordert Tempo 120

Erstellt 10.11.07, 12:14h, aktualisiert 10.11.07, 14:18h

Das Umweltbundesamt hat eine eine zügige Einführung von Tempo 120 auf Autobahnen gefordert. Nach Schätzungen ließen sich mit einer Begrenzung drei Millionen Tonnen Kohlendioxid im Jahr einsparen.

Bild: ddp
Bild vergrößern
Ein Verkehrsschild, das auf Tempo 120 hinweist, steht waehrend einer Pressekonferenz am Mittwoch (07.11.07) in Hannover im Ministerium fuer Wirtschaft, Verkehr und Arbeit.
Bild: ddp
Bild verkleinern
Ein Verkehrsschild, das auf Tempo 120 hinweist, steht waehrend einer Pressekonferenz am Mittwoch (07.11.07) in Hannover im Ministerium fuer Wirtschaft, Verkehr und Arbeit.
Berlin - Das Umweltbundesamt hat eine eine zügige Einführung von Tempo 120 auf Autobahnen gefordert. "Ein Tempolimit brächte erhebliche Fortschritte in Sachen Klimaschutz und Verkehrssicherheit", sagte der Präsident des Umweltbundesamtes, Andreas Troge, der "Berliner Zeitung" (Samstagausgabe). Nach Troges Schätzungen ließen sich mit einer Geschwindigkeitsbegrenzung auf 120 Stundenkilometer annähernd drei Millionen Tonnen klimaschädigendes Kohlendioxid im Jahr einsparen. Dies sind rund zehn Prozent aller auf Autobahnen entstehenden Emissionen. "Es wäre nicht richtig, auf dieses Minderungspotenzial zu verzichten", betonte Troge.

Das Umweltbundesamt geht damit noch über die Forderung des jüngsten SPD-Parteitags hinaus. Dieser hatte unlängst eine Tempolimit von 130 Stundenkilometer beschlossen. Dabei ist die Wirkung eines Tempolimits auf das Klima womöglich größer als bislang angenommen. UBA-Chef Troge betonte, dass der Klimaeffekt "deutlich größer sein dürfte als bislang gedacht". Denn die Fahrleistungsdaten, auf denen die Berechnungen des Umweltbundesamtes bislang beruhen, seien mittlerweile über zehn Jahre alt. Seitdem seien die Fahrzeuge noch leistungsstärker geworden und auch die Durchschnittsgeschwindigkeiten seien weiter gestiegen, sagte Troge.

Er forderte Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) auf, seine Blockade aufzugeben und rasch neue Statistiken erheben zu lassen. "Wenn wir seriös über ein Tempolimit diskutieren wollen, dass sollten wir das auf Basis gesicherter Erkenntnisse tun", betontte er. Im Umweltbundesamt ist man verärgert, dass die dafür eigentlich zuständige Bundesanstalt für Straßenwesen die Untersuchungen über die Wirkungen eines Tempolimits verschleppt. Die Behörde ist Tiefensee unterstellt.

Die Union bekräftigte dagegen ihr Nein zum Tempolimit. Der sächsische Umweltminister Roland Wöller (CDU) sagte der "Berliner Zeitung": "Wir brauchen intelligente Verkehrslösungen auf Straße und Schiene. Tempolimits gehören nicht dazu." Der SPD warf er eine Scheindiskussion vor. Der schleswig-holsteinische Umweltminister Christian von Boetticher (CDU) nannte ein Tempolimit eine rein symbolische Maßnahme. Wer ehrgeizigen Klimaschutz betreiben wolle, müsse vielmehr den drohenden Ausbau von Kohlekraftwerken verhindern.



Den Kölner Stadt-Anzeiger im Abonnement erhalten JETZT BESTELLEN!
4 Wochen Kölner Stadt-Anzeiger zum Vorzugspreis. Sie sparen mehr als 35%.

Newsticker


Anzeige


Umfrage

Protestieren Sie gegen ACTA?
Bundesweit sind Proteste gegen das internationale Handelsabkommen ACTA geplant. Es sieht unter anderem vor, Urheberrechtsverletzungen strenger zu ahnden. Kritiker befürchten Zensur und Überwachung vor allem im Internet. Beteiligen Sie sich am Protest?

Bildergalerien


Jahresrückblick


ksta-blogs.de


Kölner Stadt-Anzeiger auf dem iPad


Neue Videos – Politik/Nachrichten




Meistgelesene Artikel


Kolumne


Hintergrund


Die andere Meinung


Mein ksta.de


Forum


Brutto / Netto Rechner

Optimieren Sie Ihr Gehalt:
Bruttogehalt (Euro mtl.) Steuerklasse

Dienste