Von MARKUS CLEMENS, 16.11.07, 18:43h
Bedburg/Bergheim/Elsdorf - Seit Jahrzehnten sind die Nachbarn der Abraumanlage von RWE Power - besonders die Glescher und Kirdorfer Bürger - von Lärm und Dreck genervt. Im nächsten Jahr wird das verbliebene Abraumband abgebaut, die Belästigungen könnten dann ein Ende haben. Das Projekt „terra nova“ beschäftigt sich im Rahmen der Regionale 2010 mit der Zukunft der Bandtrasse. Gegenstand des Projektes ist zudem die Erweiterung des Gewerbegebietes Paffendorf. RWE Power will dort eine Biogasforschungsanlage bauen.
Derzeit wird noch darüber nachgedacht, was mit der Bandtrasse passieren könnte. Während sich wohl die meisten Glescher und Kirdorfer wünschen, das Areal mit Rad- und Fußwegen für die Naherholung zu nutzen, gibt es in Elsdorf andere Vorstellungen. Dort würden viele lieber eine Straße sehen, die als Umgehung von Niederembt dienen könnte.
Unterdessen sind die Pläne für die Biogasanlage längst konkret. In einer gemeinsamen Sitzung der Planungsausschüsse der Städte Bedburg und Bergheim, der Gemeinde Elsdorf und des Kreisentwicklungsplanungsausschusses im Bedburger Schloss kündigte Dr. Thorsten Blanke von RWE Power an, die Planungs- und die Genehmigungsphase werde wohl noch 2007 abgeschlossen. „Unser Ziel ist ein Baubeginn Mitte 2008 und eine Inbetriebnahme Mitte 2009.“
Diese 1,5 Megawatt große Anlage wird pro Jahr 25 000 Tonnen nachwachsende Rohstoffe benötigen. RWE Power will diese Pflanzen aus der hiesigen Landwirtschaft gewinnen. In der neuen Anlage soll erforscht werden, wie Biogas derart aufbereitet werden kann, dass es die Qualität von Erdgas bekommt. Schließlich sollen irgendwann einmal 10 000 Kubikmeter Biogas täglich produziert werden. Insgesamt will RWE Power in Paffendorf acht bis zehn Millionen Euro investieren.
Kreisplanungsdezernent Manfred Kohlmann lobte das Vorhaben, „ein Puzzlestück, das genau zu »terra nova« passt“. Zwei prägende Faktoren der Region, die Land- und die Energiewirtschaft, würden optimal zusammenarbeiten. Von den Kommunalpolitikern der drei Kommunen wurde der Plan ebenfalls wohlwollend aufgenommen. „Ein solches Projekt können wir hier gut gebrauchen“, befanden Bedburgs Bürgermeister Gunnar Koerdt und Elsdorfs SPD-Fraktionsvorsitzender Diethard Ziegler. „Ein absolutes Zukunftsprojekt“, betonte Rüdiger Warnecke, stellvertretender Landrat und Vertreter von Bündnis 90 / Die Grünen aus Elsdorf. Die Fraktionen von CDU, FDP und „bma“ aus Bergheim kündigten an, eine Informationsveranstaltung in Paffendorf zu beantragen. Die Bürger brauchten keine negativen Auswirkungen den Anlage zu befürchten, betonte Blanke. „Geruchsbelästigungen werden nicht auftreten, selbst wenn man neben der Anlage steht, riecht man nichts.“ Zudem müssten beim Transport der Rohstoffe keine Ortsdurchfahrten passiert werden. Kohlmann verwies auf die Befürchtungen, die lange Zeit wegen einer Biogasanlage in Tollhausen bestanden hätten: „Heute gibt es dort keine Bedenken mehr.“
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