Von Thomas Käding, 19.11.07, 17:55h, aktualisiert 23.06.08, 15:45h
Ein Grund mehr für den Vorstandschef, das Klimaprogramm als konzernweite Herausforderung zu proklamieren und weitere Ideen vorzustellen: „Das Bürohaus mit Null-Emissionen kann in allen Klimazonen eingesetzt werden“, nannte Wenning ein „Leuchtturm-Projekt“. Es decke seinen Energiebedarf selbst, indem es einerseits durch aufwändige Dämmung weniger verbraucht und andererseits - etwa mit Hilfe von Sonnenkollektoren - Strom erzeugt, der im Sommer ins Netz eingespeist werden kann.
Bayers Forschungsvorstand Wolfgang Plischke erklärte zwar, dass das Null-Emissionen-Haus überall südlich von Dänemark machbar ist. Das neue Bürogebäude für die Pharma-Vertriebsfirma Bayer-Vital, das bald im Werk gebaut wird, hat aber keine neutrale Energiebilanz. Den ersten Versuch startet Bayer vielmehr in der Nähe von Delhi in Indien. Dort wird für 15 Millionen Euro ein Bürohaus errichtet, das im Vergleich zur dort üblichen Bauweise mit gut 70 Prozent weniger Energie auskommen soll. Eine weitere Idee ist der Bayer-Klima-Check, den die Konstruktionsfirma Bayer Technology Services nächstes Jahr vom Tüv zertifizieren lassen will. Zunächst sollen rund 100 Anlagen untersucht werden - mit dem Ziel, in der laufenden Produktion die Emissionen um fünf bis zehn Prozent zu verringern. Vor allem aber soll die Klima-Bilanz eine Rolle spielen, wenn der Konzern demnächst neue Anlagen baut. Wenning sprach von einer „ökologischen Entscheidungsgrundlage“. Sie soll künftig ganz selbstverständlich dazu gehören.
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