Von ULI KREIKEBAUM, 21.11.07, 20:24h
Der rechte Zirkel um Organisator Hans-Ulrich Pieper zog weiter zum Efferener Restaurant Burgpark. Als Ivan Denes gerade begonnen hatte, sein Thema „Naher Osten - Brandherd ohne Ende“ vorzustellen, stürmten 15 bis 20 Vermummte das Lokal. Gläser zersprangen, Nazis-raus-Aufkleber flatterten, Menschen brüllten, Fäuste flogen. Inhaber Jörg Kürten verständigte sofort die Polizei. Als die mehr als 20 Beamten das Lokal erreichten, blieb ihnen nur noch, die Anzeigen aufzunehmen - die Autonomen hatten das Weite gesucht. Ein Vermummter habe einem Gast mit der Faust ins Gesicht geschlagen, sagte ein Polizeisprecher. Der Wirt erhob Anzeige wegen Sachbeschädigung und Hausfriedensbruch.
Als im Oktober Hans-Ulrich Pieper bei ihm angerufen habe und einen Raum für sein „Dienstagsgespräch“ buchen wollte, habe er den Grund für das Treffen nicht hinterfragt. „Ich war da blauäugig“, sagte Kürten. Genauso blauäugig sei er gewesen, als Manfred Rouhs, Funktionär der äußerst rechten Gruppierungen „Pro Köln“ und „Pro NRW“, für das kommende Wochenende einen Veranstaltungsraum mietete. Er habe zugesagt, weil er die Gruppierung „Pro NRW“ nicht gekannt habe, so Kürten. „Seit gestern weiß ich besser Bescheid. Ich habe Herrn Rouhs sofort abgesagt, weil ich weder mit extrem rechten noch mit extrem linken Gruppen etwas zu tun haben will. In Zukunft werde ich über den Tellerrand schauen - sonst ruiniert man sich den Ruf seines Lokals, ohne dass man es vorher ahnt.“
Suche wird schwieriger
Für äußerst rechts Gesinnte wird es immer schwerer, Versammlungsräume zu finden. So suchte die NPD vergeblich einen Saal, um ihren Bundesparteitag abzuhalten. Intelligent reagierte jüngst das Dresdner Holiday Inn Hotel. Er sei „einigermaßen erstaunt, dass Sie ausgerechnet ein amerikanisches Hotelunternehmen mit ausländisch klingendem Namen bevorzugen“, schrieb Geschäftsführer Johannes Lohmeyer an Holger Apfel, zweiter Vorsitzender der NPD, der jüngst auch in Dormagen vorgefahren war. Den Internetanbieter habe man gebeten, die Buchung zu stornieren. „Sollte eine Stornierung aus vertraglichen Gründen nicht möglich sein, darf ich Sie darauf hinweisen, dass ich sämtliche in unserem Hause durch Sie getätigten Umsätze unmittelbar als Spende an die Dresdner Synagoge weiterleiten werde“, schreibt Lohmeyer. „Betrachten Sie dies als kleinen Beitrag zur Wiedergutmachung für die Schäden, die Ihre damaligen Gesinnungsgenossen der Synagoge und vor allem ihren früheren Besuchern zugefügt haben.“ Apfel besuchte das Hotel nicht.
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