Von CHRISTINE BADKE, 23.11.07, 23:24h
Euskirchen / Mechernich - Mit dem Geld hatten sie gar nicht mehr gerechnet. Umso größer war die Freude, als jetzt ein Brief der Landesregierung eintraf: Euskirchens Kreis- und Stadtarchiv sowie das Mechernicher Stadtarchiv erhalten für ein Jugendprojekt eine Förderung in Höhe von 8000 Euro. „Wir haben an einer Ausschreibung für den Wettbewerb »Archiv und Jugend« des Landes, des Landschaftsverbands, des rheinischen und des westfälischen Archivamtes teilgenommen“, erklärte Dr. Gabriele Rünger, Leiterin des Stadtarchivs und des Stadtmuseums, am Mittwoch in einer Pressekonferenz.
Allerdings war die Aufforderung, an dem Wettbewerb mit Ideen für Jugendliche ab zwölf Jahre teilzunehmen, sehr schwammig formuliert gewesen. Es gab weder Bewerbungsbögen noch genauere Angaben zu den Modalitäten und Ansprechpartnern. „Wir haben dann eigentlich gedacht, wir lassen es bleiben“, meinte Rünger. Gleichzeitig sei aber eine Idee schon da gewesen: „Ich habe schon länger darüber nachgedacht, mal etwas über »Wasser für Euskirchen« zu erarbeiten“, so die Historikerin. Mit den anderen Beteiligten habe sie sich daraufhin zusammengesetzt, das Konzept von der Stadt Euskirchen auf das Kreisgebiet ausgeweitet und die einzelnen Ideen zur Projektskizze „Wasser für die Region Euskirchen - Geschichte und Naturerlebnis“ ausgearbeitet. Rünger: „Mitte des Monats traf dann ein Brief ein, in dem stand, dass wir zusammen mit der Stadt Essen den höchsten Förderungssatz erhalten.“ 25 Archive hatten sich beworben, zehn westfälische und neun rheinische Archive erhalten Fördermittel aus einem Gesamttopf von 100 000 Euro. Mit der Summe von 8000 Euro ist die Bedingung verbunden, dass zusätzlich 2000 Euro aus eigenen Mitteln eingebracht werden. Dafür hat das Projekt einen Sponsor gefunden: Der Wasserversorgungsverband Euskirchen-Swist unterstützt das Projekt finanziell und ideell als Projektpate.
Für die praktische Arbeit mit den jungen Leuten, die im Februar beginnen soll, konnten die Archive den Förderverein der Grube Toni gewinnen. Besonders in den Ferien wird dort intensiv mit Jugendlichen gearbeitet. Im Sommer soll es wieder mindestens vier Wochen Programm geben, das auf das Projekt ausgerichtet sein wird, erläuterte der Fördervereinsvorsitzende Karlheinz Hösgen.
Einmal pro Woche sollen sich die Jugendlichen treffen, entweder im Naturschutzzentrum Grube Toni, in einem der Archive oder bei Exkursionen. Anmelden können sich interessierte Jugendliche ab sofort bei allen Kooperationspartnern. „Es wäre schön, wenn es einen festen Stamm zum Arbeiten gäbe“, sagte Rünger: „Jugendliche können aber auch nur für einige Zeit zu einem bestimmten Thema kommen.“
Große Ausstellung
Ein Teilprojekt ist zum Beispiel die Steinbachtalsperre. Der Wasserversorger ist bereit, die Jugendlichen mit in den Staudamm zu nehmen, es sollen Wasserproben analysiert werden, und die Geschichte der Talsperre bietet einigen Stoff für die jungen Forscher: „Wir erstellen neues Kartenmaterial. Außerdem können wir in den Archiven Dokumente auswerten und so die ersten Pläne in den 20er Jahren, die Umsetzung im Nationalsozialismus und die Zwangsarbeit thematisieren“, so Rünger.
Auch die römische Wasserleitung soll einen Themenbereich bilden. Das Fördergeld wird in erster Linie dazu dienen, Transport- und Materialkosten zu decken. Am Schluss des Projektes steht dann Anfang 2009 eine große Ausstellung im Euskirchener Stadtmuseum.
Anmelden kann man sich im Stadtmuseum ( 0 22 51 / 97 03 86), im Kreisarchiv bei Heike Pütz ( 0 22 51 / 1 55 07), im Stadtarchiv ( 0 22 51 / 1 43 61) oder bei der Leiterin des Mechernicher Archivs, Beate Meier ( 0 24 43 / 4 91 02).
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