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Kommentar

Ein „Pro“, das nur ein „Contra“ ist

Von Detlef Schmalenberg, 27.11.07, 21:21h, aktualisiert 18.09.08, 17:07h

Rechtsextreme sind grobschlächtig, dumm und primitiv. Mit diesem Vorurteil - nicht selten verbunden mit Gutmenschentum oder Arroganz - haben es sich die Politiker der demokratischen Parteien jahrelang schön bequem gemacht.

Der „Abscheu und Empörung“-Reflex reicht aber nicht. Das zeigt das Beispiel der rechtsextremen Gruppierung „Pro Köln“. Deren Funktionäre sitzen seit Herbst 2004 im Stadtrat und spielen Demokraten. Sie stellen sich als „Anwälte des kleinen Mannes“ dar. Für ihre Selbstinszenierung nutzen die Ultrarechten zum Beispiel die Debatte um den geplanten Moschee-Bau in Köln-Ehrenfeld. Genau das macht ihre Funktionäre so gefährlich: Sie kommen als Biedermänner daher, die so gar nicht zu den stumpfen, besoffenen Skinheads zu passen scheinen, die lange Zeit das Bild der rechtsextremistischen Szene prägten. Sie entwickeln detaillierte Strategien: Wie schürt man Vorurteile zum eigenen Nutzen?

Mit dem Protest gegen Moschee-Bauten und Minarette glauben die Populisten eine politische Marktlücke entdeckt zu haben. Jetzt wollen sie das Rezept auf ganz Nordrhein-Westfalen ausweiten. Ihnen das Feld zu überlassen, wie lange Zeit in Köln geschehen, diesen Fehler dürfen die Verantwortlichen in anderen Kommunen nicht wiederholen. Sie müssen die Besorgnisse vieler Menschen ernst nehmen, sonst ist der Weg frei für die Panikmache der „Pro-Bewegung“. Deren Strategien müssen entlarvt werden, wie dies jetzt in einer Expertise der Fachhochschule Düsseldorf geschehen ist.

Nur so wird klar, mit wem man es hier zu tun hat: mit skrupellosen Radikalen, die im Gewand der Bürgerlichkeit auf Stimmenfang gehen. Doch wo „pro“ draufsteht, ist in Wirklichkeit nur „contra“ drin.



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