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Verdächtiger soll 18 Morde begangen haben

Erstellt 28.11.07, 20:42h, aktualisiert 29.11.07, 19:13h

Für seine Nachbarn war er ein „netter alter Mann“, der jeden Tag mit seinem Hund spazieren ging. Möglicherweise jedoch ist der 68-jährige Nicolas P. einer der schlimmsten Serienmörder der französischen Geschichte.

Mülhausen - Für seine Nachbarn war er ein „netter alter Mann“, der jeden Tag mit seinem Hund spazieren ging. Möglicherweise jedoch ist der 68-jährige Nicolas P. einer der schlimmsten Serienmörder der französischen Geschichte. Das schließt die Polizei nicht aus, die den Mann - wie erst jetzt bekannt wurde - am Dienstag in Mülhausen (Elsass) festnahm. Nicolas P. steht unter dringendem Verdacht, zwischen 1980 und 2002 mindestens 17 Homosexuelle und eine Prostituierte ermordet zu haben. Das jüngste Opfer war 20, das älteste 66 Jahre alt. Die meisten Morde wurden in Ostfrankreich in Wohnheimen begangen, drei im Großraum Paris.

Nach Angaben eines Justizsprechers im ostfranzösischen Montbéliard bestreitet der Mann - gegen den gestern Haftbefehl erlassen wurde - die Taten. Neben dem 68-Jährigen sollten auch „mehrere Leute aus seinem Umkreis“ verhört werden. Dazu gehört ein 43-Jähriger Tunesier, mit dem der Beschuldigte zusammenlebte. Der Tunesier sitzt bereits wegen Mordes eine lebenslange Haftstrafe ab - er hatte 1995 im Elsass einem Mann den Schädel zertrümmert.

Nach Informationen der Mülhausener Zeitung „L'Alsace“ trat Nicolas P. früher in Kabaretts im Elsass und in Deutschland auf - meist als Frau verkleidet. In Mülhausen verkehrte er im Homosexuellen-Milieu, wo er möglicherweise einige seiner späteren Opfer kennenlernte.

Die Festnahme ist der Hartnäckigkeit eines einzelnen Polizisten in Montbéliard zu verdanken: Der heute pensionierte Beamte hatte in einem Mord ermittelt, der im Mai 1991 in seinem Revier verübt wurde. Das Opfer war ein 25-jähriger Gärtner. Der Täter hatte dem jungen Mann auf den Kopf geschlagen und ihn dann mit 50 Messerstichen in Hals und Brust getötet. Aufgrund der Ähnlichkeit mit einer Reihe ungeklärter Morde im Elsass vermutete der Polizist schon damals einen Serientäter. Doch erst Jahre später konnte er einen Untersuchungsrichter von seiner These überzeugen. Dieser ließ sich vor zwei Jahren die Akten der infrage kommenden Mordfälle geben. Am Dienstag schlugen die Fahnder zu. Sie umstellten das Wohnhaus in Mülhausen, wo Nicolas P. lebte und nahmen ihn fest. Sie schließen nicht aus, dass der Mann noch mehr Verbrechen auf dem Gewissen hat. (afp)



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