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Genien auf der Lilie

Von EMMANUEL VAN STEIN, 06.12.07, 18:23h

Philipp Otto Runge gehört mit seinem schmalen Werk von nicht einmal 40 Gemälden neben Caspar David Friedrich zu den Hauptvertretern der frühromantischen Malerei in Deutschland.

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Runges Genien sind derzeit im Wallraf-Richartz-Museum zu sehen.
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Runges Genien sind derzeit im Wallraf-Richartz-Museum zu sehen.
Philipp Otto Runge gehört mit seinem schmalen Werk von nicht einmal 40 Gemälden neben Caspar David Friedrich zu den Hauptvertretern der frühromantischen Malerei in Deutschland. Der in Wolgast als neuntes Kind eines Schiffsreeders geborene Künstler starb 1810 im Alter von nur 33 Jahren an Lungentuberkulose. Zu seinen Hauptwerken gehört der symbolgeladene „Tageszeiten“-Zyklus. Die ersten Entwürfe dazu entstanden 1802 in Dresden. Runge hatte sie eigentlich zur Dekoration eines Zimmers vorgesehen. Dann jedoch entschloss er sich, dieses Thema zunächst einmal in einer grafischen Folge zu publizieren und es später zu malen.

So entstand auch die zarte Rötel-Zeichnung „Die Genien auf der Lichtlilie“. Der meisterhafte Entwurf für das Gemälde „Der große Morgen“ ist gerade in der Ausstellung „Die Idee und das Leben - Deutsche Meisterzeichnungen von Runge bis Liebermann“ im Kölner Wallraf-Richartz-Museum zu sehen. Auf der Grafik erhellt schimmerndes Licht einen Blütenkelch, auf dem eine Gruppe engelähnlicher Menschenwesen zu erkennen ist. Das Licht kommt von unten, seine Quelle ist allenfalls zu erahnen und nur auf dem Gemälde zu sehen. Gleichzeitig leuchtet am Himmel noch der Morgenstern, der von drei weiteren Genien wie in einem Reigen umschwebt wird.

Nun haben das Museum und die Hürther LUP AG mit modernster Scantechnologie eine brillante Reproduktion des Blattes geschaffen. Wie im Vorjahr, als das WRM Vincenz Statz' Dom-Grafik „Und fertig wird er doch!“ auflegte, wird das Faksimile mit lichtbeständigen Spezialtinten auf schwerem, alterungsbeständigem Kupferdruck-Bütten hergestellt und exklusiv in limitierter Auflage von 500 nummerierten Exemplaren gerahmt angeboten.

Käufer eines Blattes erhalten am Tag der Abholung freien Eintritt für zwei Personen im Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud. Leser des „Kölner Stadt-Anzeiger“ beziehen das Blatt bis zum 31. Dezember zum Vorzugspreis von 290 Euro (regulär: 330 Euro). Der Erlös aus dem Verkauf kommt der Grafischen Sammlung des Museums zugute.

Runge beschrieb selbst einmal die Bedeutung seines Zyklus', der unvollendet blieb: „Der Morgen ist die grenzenlose Erleuchtung des Universums. Der Tag ist die grenzenlose Gestaltung der Kreatur, die das Universum erfüllt. Die Nacht ist die grenzenlose Tiefe der Erkenntnis von der unvertilgten Existenz in Gott.“ Goethe betrachtete die „Tageszeiten“ als „wahres Labyrinth dunkler Beziehungen“.



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