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Das Glück der fünf Günther

Von MARIA WADENPOHL, 07.12.07, 17:08h

Von Stachelschweinen und Ottern: Schüler der Gemeinschaftshauptschule Neucronenberg helfen im Wildpark Reuschenberg aus. "Sei sozial" heißt das Projekt, an dem Zehntklässler teilnehmen.

BILD: BRITTA BERG
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Sebastian, Serdar und Christian (von links) von der Hauptschule Neucronenberg gestalten das Gehege der fünf Stachelschweine (sie heißen alle Günther) um, die damit die Tiere Abwechslung haben und täglich neu drauflos buddeln können.
BILD: BRITTA BERG
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Sebastian, Serdar und Christian (von links) von der Hauptschule Neucronenberg gestalten das Gehege der fünf Stachelschweine (sie heißen alle Günther) um, die damit die Tiere Abwechslung haben und täglich neu drauflos buddeln können.
Von Stachelschweinen und Ottern: Schüler der Gemeinschaftshauptschule Neucronenberg helfen im Wildpark Reuschenberg aus.

Günther hat's gut. Er buddelt gerne Löcher in die Erde. Und jeden Tag werden diese Löcher wieder zugeschaufelt, nur damit Günther von Neuem loslegen kann. Genau genommen muss man von Günther aber in der Mehrzahl sprechen. Denn Günther heißen alle fünf Stachelschweine im Wildpark Reuschenberg. „Die heißen einfach alle so, weil man sie schlecht unterscheiden kann“, erklärt Klaus Kretzschmar, der Leiter des Parks.

Dass der fünffache Günther immer wieder drauflos buddeln kann, hat er unter anderem Sebastian (17), Christian und Serdar (beide 16) von der Gemeinschaftshauptschule Neucronenberg zu verdanken, die seit Oktober alle 14 Tage im Wildpark mit anpacken. Sie machen mit beim Projekt „Be Social“ („Sei sozial“), an dem sich Schülerinnen und Schüler der zehnten Klasse ehrenamtlich engagieren. Es ist bereits die zweite Runde des Projekts, welches im Jahr 2005 ins Leben gerufen worden ist. Bei der Vermittlung der sozialen Tätigkeiten wird die Hauptschule vom Freiwilligenzentrum „Lupe“ unterstützt.

Dieses Mal machen die Klassen 10 A1 und 10 A2 ihre Sozialpraktika in einem Opladener Altenheim, mehreren Kindergärten, zwei Grundschulen, Leverkusener Jugendhäusern und eben auch im Wildpark Reuschenberg. Sebastian, Christian, Serdar und Tobias, der bei unserem Besuch nicht anwesend war, haben sich für die Arbeit unter freiem Himmel entschieden und in den vergangenen Wochen unter anderem bei der Umgestaltung des Ziegengeheges geholfen, Äste abgesägt und einen Baum in der Behausung der Sichler - das sind Ibis-Vögel - gepflanzt. In den nächsten Wochen und Monaten werden sie und das Park-Team die Vorbereitungen für die Teilnahme am Amphibien-Programm des Weltzooverbands (World Association of Zoos and Aquariums, kurz WAZA) treffen.

An der frischen Luft

„Es macht Spaß“, so die einhellige Meinung der Jungs, „weil man hier an der frischen Luft ist und Tiere um sich hat“, begründet Sebastian. „Am Coolsten“ finden die Schüler übrigens die Otter. „Die haben so eine bekloppte Rutsche!“, erzählt der 17-Jährige lachend. Tierpark-Chef Kretzschmar ist sehr zufrieden mit der Arbeit seiner Schützlinge. „Sie sind immer pünktlich und erledigen die vorgegebenen Aufgaben ordentlich. Das Schöne ist, dass man auch nicht immer daneben stehen muss. Sie sollen hier schließlich lernen, selbständig zu arbeiten. Und das klappt gut.“

Carola Becker, die Klassenlehrerin der Jungen, freut sich ebenfalls über den Einsatz ihrer Schüler. „Abgesehen davon, dass ich das Projekt insgesamt für sehr sinnvoll halte, finde ich es spannend, die Schüler auch mal außerhalb des Unterrichts zu erleben. Mancher, der in der Schule vielleicht eher schwache Leistungen zeigt, macht hier richtig gut mit. Auch in Bezug auf die wieder eingeführten Kopfnoten sind diese Beobachtungen sehr hilfreich.“

 www.wildpark-lev.de



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