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Kirchenfenster als Kalender

Von F.A. HEINEN, 13.12.07, 20:45h

Steinfeld - Die wertvollen Kunstwerke aus dem Kloster gehören einem englischen Museum. Auf der Juni-Seite findet man eine Szene über die Übertragung der Gebeine des heiligen Potentinus in die Eifel-Basilika.

Bild: F. A. Heinen
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Pater Bernhard präsentierte den Kalender.
Bild: F. A. Heinen
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Pater Bernhard präsentierte den Kalender.
Bild: Dr. Dagmar Täube
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Den "Engelsturz" zeigt dieses um 1522 entandene Glasbild aus dem Kloster Steinfeld.
Bild: Dr. Dagmar Täube
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Motiv dieses Buntglasbildes ist die Erschaffung Evas mit dem Sündenfall und die Vertreibung aus dem Paradies.
Bild: Dr. Dagmar Täube
Bild: Dr. Dagmar Täube

Steinfeld - Die ursprünglichen Buntglasfenster des Kreuzgangs im Kloster Steinfeld waren von außerordentlich beeindruckender Farbintensität und zeigten in teils drastischer Darstellung Szenen aus der biblischen Geschichte. Entstanden waren die wertvollen gläsernen Kunstwerke im 16. Jahrhundert. Immer dann, wenn sich in der Eifel ein Krieg abzeichnete, wurden die Fenster ausgebaut und in Sicherheit gebracht.

Um das Jahr 1800 entschloss man sich im Kloster, die Buntglasfenster aus dem Kreuzgang zu entfernen. Offenbar war der Kreuzgang zu dunkel, kalt und feucht geworden durch diese Art von Fensterscheiben. Sie wurden verkauft und wanderten über den Ärmelkanal nach England, wo sich ihre Spur bald verlor.

Nach langer Zeit tauchten einzelne Szenen der Steinfelder Bilder in verschiedenen Dorfkirchen in der Region Norfolk und in einer Kapelle nahe London wieder auf. Irgendwann landeten sie als Schenkung im Victoria & Albert-Museum in London.

Vor einigen Jahren fotografierten der Steinfelder Pater Bernhard und ein Lehrer des Hermann-Josef-Kollegs in England einige der aus der Eifel stammenden Fenster. Anlässlich dieser England-Reise schenkte ein Dorfpfarrer den Besuchern aus der Eifel ein kleines Fensterchen aus Steinfeld, für das er in seiner Kirche keine Verwendung mehr hatte. Das Bildmotiv ist „die Reue des Judas“, der - den Geldbeutel mit den Silberlingen am Hals - nach dem Verrat in tiefe Verzweiflung versinkt. 1973 konnte mit Hilfe des Fördervereins ein anderes Steinfelder Buntglasfenster zurückgeholt werden. Lediglich zwei Originale befinden sich also in der Eifel.

Die Fenster standen ursprünglich im Kreuzgang

In diesem Sommer gelang es erstmals nach 200 Jahren, in größerem Ausmaß die historischen Steinfelder Fenster zurück auf den Kontinent zu holen. Sie wurden im Kölner Schnütgen-Museum präsentiert. Diese Gelegenheit nutzte Dr. Dagmar Täube vom Museum dazu, qualitativ sehr hochwertige Fotos von den Fenstern anzufertigen.

Diese Bildersammlung lieferte nun reichlich tolles Material zur Gestaltung eines Kalenders für das Jahr 2008. Lediglich das Titelbild ist mit einem aktuellen Luftbild gestaltet. Herausgeber des Kalenders ist das Salvatorianerkloster in der Eifel, wie Pater Bernhard gestern berichtete.

Gleich für den Monat Januar geht es mit einer Szene aus der biblischen Schöpfungsgeschichte los: Die „Erschaffung Evas mit Sündenfall und Vertreibung aus dem Paradies“ zeigt das um 1522 entstandene Glasbild. Im Hintergrund sieht man die Schlange und den von Eva dargebotenen Apfel. Bei dieser Darstellung fällt ins Auge, dass die Schlange nicht als Tier dargestellt ist, sondern sie trägt ein menschliches Antlitz: Symbolhafter Hinweis darauf, dass die Sünde nicht vom Himmel fiel, sondern vom Menschen ausging.

Einen ganz unmittelbaren Hinweis auf Steinfeld findet man auf der Juni-Seite im Kalender. Dargestellt ist eine Szene, die die Übertragung der Gebeine des heiligen Potentinus in das Kloster Steinfeld zeigt.

Der wirklich ansprechende Kalender ist ab sofort an der Steinfelder Klosterpforte und bei den Buchhandlungen Pavlik und Mohr-de la Motte erhältlich. Der Kalender wird in zwei Größen angeboten: In der Größe DIN-A-4 kostet er zehn, in DIN-A-3 16 Euro.



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