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Kinderpornos: 3000 Verdächtige in NRW

Von TIM STINAUER, 27.12.07, 20:48h, aktualisiert 27.12.07, 20:54h

NRW ist mit 3000 Verdächtigen einer der Schwerpunkte der aktuellen Ermittlungen gegen Kinderpornografie im Internet. Allein in Köln gab es in diesem Jahr insgesamt 850 Ermittlungsverfahren.

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Polizeifahnder auf der Jagd nach kinderpornografischem Material.
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Polizeifahnder auf der Jagd nach kinderpornografischem Material.
Köln - Bei den Ermittlungen im derzeit größten Fall von Kinderpornografie in Deutschland bildet Nordrhein-Westfalen offenbar einen Schwerpunkt. 3000 der insgesamt mindestens 12 000 Verdächtigen stammen aus NRW. Dies teilte eine Sprecherin des Landeskriminalamts in Düsseldorf mit. In Bayern ermittelt die Polizei gegen 2000 Tatverdächtige, in Baden-Württemberg gegen 1700, in Hessen gegen mehr als 1000 und in Rheinland-Pfalz gegen 700 Computernutzer.

Allein die Kölner Anklagebehörde prüft für ihren Zuständigkeitsbereich seit Anfang September etwa 500 Verdachtsfälle des Verfahrens mit dem Decknamen „Himmel“. Viele Fälle seien schon abgearbeitet, sagte Oberstaatsanwalt Rainer Wolf dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. Die Verdächtigen leben in Köln, im Bergischen und in Leverkusen. Überwiegend seien die Ermittlungen eingestellt worden, weil sich der Verdacht nicht erhärten ließ, berichtete Wolf. Wohl nur in Einzelfällen müssten Verdächtige aus dem Kölner Raum mit einer Anklage rechnen. Ob dieser Trend auch für andere Regionen in NRW gilt, wollte die LKA-Sprecherin mit dem Verweis auf das „schwebende Verfahren“ nicht bestätigen. „Wir wissen es auch noch nicht endgültig, weil wir noch nicht von jeder einzelnen Staatsanwaltschaft im Land eine Rückmeldung bekommen haben.“

Bei der bundesweiten Aktion geht die Kripo bereits seit mehreren Monaten gegen Hersteller, Anbieter und Nutzer kinderpornografischer Filme und Bilder vor. Federführend ist die Staatsanwaltschaft Berlin. Dort soll der Internet-Provider sitzen, der auf seinen Servern einen ungewöhnlich intensiven Datenverkehr registriert hatte. Die Firma soll die Daten analysiert und dabei festgestellt haben, dass es sich um kinderpornografisches Material handelt. Bei bundesweit 12 000 Verdächtigen könne man von einem international weit größerem Ausmaß ausgehen, sagte ein Sprecher des Verbands der deutschen Internetwirtschaft (Eco). Beim letzten großen Schlag gegen Kinderpornografie im Netz seien 2002 weltweit rund 26 400 Verdächtige ermittelt worden, sagte Sven Karge, Leiter für den Bereich Illegale Inhalte bei Eco.

850 Ermittlungsverfahren in Köln

Die Kölner Staatsanwaltschaft hat nach Auskunft von Oberstaatsanwalt Wolf dieses Jahr insgesamt etwa 850 Ermittlungsverfahren wegen des Verbreitens von Kinderpornografie geführt, die 500 „Himmel“-Verfahren eingeschlossen. „Diese Fälle erreichen uns immer wieder in Wellenbewegungen“, sagte Wolf. In den nächsten Wochen etwa rechnet die Kölner Polizei mit umfangreichen Ermittlungsaufträgen einer ostdeutschen Staatsanwaltschaft. Die Behörde soll in den vergangenen Monaten die Namen mehrerer Tausend mutmaßlicher Pädophiler zusammengetragen haben. Die Verdächtigen sollen kinderpornografisches Material quer durch die Bundesrepublik verbreitet haben. Einige könnten auch aus Köln und Umgebung stammen. (mit dpa)



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