Von FRANK OLBERT, 02.01.08, 19:52h, aktualisiert 02.01.08, 20:00h
Denn worüber Kerner so großzügig parliert, ist nichts anderes als eine merkwürdige Auslegung journalistischer Gepflogenheiten. Sollte „Spiegel“-Chefredakteur Stefan Aust tatsächlich die Parole ausgegeben haben, über Kerner weder im Guten wie im Schlechten das Urteil zu sprechen - er würde mir nichts, dir nichts ökonomische Annehmlichkeiten höher schätzen als publizistische Unabhängigkeit. Kein gutes Zeugnis für einen Journalisten.
Dass die Praxis des „Spiegel“ tatsächlich einer derartigen Vorgabe entspricht - wer weiß? Kerner kommt selten vor als Berichtsgegenstand des Magazins, aber das kann auch an einer Neutralität anderer Art liegen - der seiner eigenen Ausstrahlung. Andererseits fand Henryk M. Broder zumindest bei „Spiegel Online“ deutliche Worte zur Leistung des Moderators beim Eva-Herman-Eklat: Was also am meisten schockiert an seinen Äußerungen ist die Nonchalance, mit der Kerner selbst die „hanseatische“ Lösung für eine bare Selbstverständlichkeit hält. Man fragt sich, wie oft er eine solche für seine Sendung schon gefunden hat.
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