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Wo Tom Cruise durch den Wald pirscht

Von Imke Hendrich, 27.11.07, 11:48h

Brandenburg ist bei Filmschaffenden überaus beliebt: Nicht nur Tom Cruise drehte hier "Valkyrie", auch Jackie Chan badete in der Orangerie von Sanssouci und Joseph Fiennes "schoss" sich in einer alten Kaserne den Weg frei.

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Historisches Flugzeug bei Löpten südlich von Berlin für die Dreharbeiten zu "Valkyrie"
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Historisches Flugzeug bei Löpten südlich von Berlin für die Dreharbeiten zu "Valkyrie"
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Filmdreh im Landschaftsschutzgebiet
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Potsdam - Tom Cruise pirschte hier unlängst durch den Wald, Jackie Chan badete in der Orangerie von Sanssouci und Joseph Fiennes «schoss» sich in einer alten Kaserne den Weg frei: «Brandenburg ist eine der Top-Locations für Filmdrehs», sagt Christiane Raab vom Medienboard Berlin-Brandenburg.

Dem Potsdamer Wirtschaftsministerium sind seit Anfang 2006 allein 34 große Kino- und TV-Filme bekannt, für die an märkischen Orten gedreht wurde. Auch Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) betont die herausragende «Film-Rolle» der Mark: «Brandenburg ist insbesondere mit dem Studio Babelsberg eine erste Adresse für den Film weltweit.»

So sei das Studio Babelsberg - inzwischen größter europäischer Studiokomplex - «in der Lage, die Ansprüche US-amerikanischer Großproduktionen in jeder Hinsicht zu erfüllen», sagt Neumann. In den vergangenen Jahren konnten dadurch mehrere internationale Koproduktionen und auch Großprojekte aus Hollywood in die Region geholt werden - zuletzt unter anderem der Thriller «Valkyrie» über das gescheiterte Hitler-Attentat mit Mega-Star Cruise.

Aber nicht nur Studio Babelsberg lockt die Filmemacher nach Brandenburg - überaus beliebt sind auch die preußischen Schlösser und Gärten. «Sie dienen etwa 100 Filmen im Jahr - darunter auch Dokumentationen und Werbung - als Kulisse», erzählt Jürgen Becher, Leiter des Dokumentations- und Informationszentrums der Schlösserstiftung. Rund 100 000 Euro würden damit jährlich in die Kassen gespült - für Restaurierung und Erhalt der Welterbestätten. «Absolut tabu für Spielfilmaufnahmen ist aber das Schloss Sanssouci und zwar aus konservatorischen Gründen.»

Attraktiv für nationale wie internationale Filmcrews sind zudem brandenburgische Wälder, Kleinstädte, Tagebaulandschaften oder einstige russischen Kasernen. Neben der landschaftlichen Vielfalt hat die Mark laut Raab vor allem zwei immense Vorteile - sie liegt vor den Toren Berlins mit seinen vielen Filmschaffenden und für die oft dort angesiedelten Produktionen sind Dreharbeiten im Umland durch die kurzen Wege kostengünstig. «Für einen sibirischen Wald fährt man eben nicht nach Sibirien», bemerkt Markus Bensch, zuständig beim Studio Babelsberg unter anderem für die Drehorte.

Für einen «regelrechten Schub» sorgte nach den Worten Raabs auch der neue Deutsche Filmförderfonds, mit dessen Hilfe große Produktionen in die Region geholt werden konnten. So kann sich Studio Babelsberg in diesem Jahr über stolze zwölf Kinofilme freuen, die in den Studios oder auch an Drehorten im Land verwirklicht wurden oder derzeit noch werden. Große Namen wie Oscar-Preisträgerin Susan Sarandon, Christina Ricci oder eben Cruise versprühten nahezu das ganze Jahr über einen Hauch von Hollywood.

Aber auch die Macher von TV-Serien, Fernsehfilmen und Werbespots werden im Märkischen fündig. «Außer der Ostsee und den Schweizer Bergen haben wir hier alles zu bieten», sagt Raab, Leiterin der beim Medienboard angesiedelten Berlin Brandenburg Film Commission BBFC. Und Bensch ergänzt: «Eine märkische Kleinstadt wurde zu einer inmitten Bayerns, das Führerhauptquartier "Wolfsschanze" von Polen in den brandenburgischen Wald verlegt und die "Wolga" floss hier auch schon.»

www.medienboard.de (dpa)



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