Erstellt 27.11.07, 14:13h, aktualisiert 27.11.07, 14:26h
Seine Erfahrungen hat der gelernte Elektriker jetzt in einem Buch mit dem Titel "Die Burger-Diät" veröffentlicht. "Die Skepsis ist groß", weiß Metze. Sein Selbstversuch habe den Widerspruch von Ernährungswissenschaftlern herausgefordert. Andere unterstellten ihm, von einer großen Fastfood-Kette bezahlt zu werden. Die aber habe sogar seine Anfrage nach den Urheberrechten für das Bild eines Hamburgers abgeblockt, das auf dem Buchcover erscheinen sollte.
Metze hatte irgendwann gemerkt, dass Essen für ihn eine Ersatzbefriedigung darstellte. Früher habe er gedacht, für eine Gewichtsreduktion große Opfer bringen zu müssen. "Ich wollte meine Psyche austricksen, indem ich jeden Tag genau das essen kann, was ich am liebsten mag", sagt er. Denn ohne sein Lieblingsessen hätten sich stets Verlustgefühle eingestellt. Das sei jedoch mit Hamburgern und Pommes frites nicht der Fall. "Ich bin nicht den Weg des Leidens gegangen, sondern habe mir etwas gegönnt." Wenn er nicht Hamburger und Pommes, sondern Pizza bevorzugen würde, hätte er eine Pizza-Diät gemacht.
Den Weg aus der Fettleibigkeit sei er gewissenhaft und unter medizinischer Beobachtung gegangen, betont der Cloppenburger. So habe er vor jeder Mahlzeit ein vorgegebenes Kalorienlimit errechnet. Die Nährwerte stünden auf den Verpackungen und im Internet. Zudem habe sein Hausarzt zum Start der Diät und im Abstand von zwei Monaten seine Blutwerte getestet. Die Daten seien etwas besser geworden. Inzwischen kann Metze sogar auf Medikamente gegen Bluthochdruck verzichten, unter dem er viele Jahre gelitten habe. "Mein Hausarzt war belustigt und verwundert zugleich, dass er nichts Negatives feststellen konnte", sagt Metze.
Hungergefühl in den ersten zwei Wochen
In den ersten zwei Wochen habe er noch gegen das Hungergefühl ankämpfen müssen. "Dann stellt sich der Körper darauf ein, und man fühlt sich besser", so Metze. Früher sei er ein Morgenmuffel gewesen. Heute fühle er sich morgens vital und benötige auch weniger Schlaf. "Der Druck ist weg", bilanziert der 30-Jährige. Und er habe auch kein schlechtes Gewissen mehr, wenn er mal ein Stück Sahnetorte esse.
Allerdings hat nicht allein die Einhaltung von Kaloriengrenzen die Pfunde purzeln lassen. Zeitgleich mit der Diät begann Metze, sich sportlich zu betätigen. Spinning, Walking, Jogging, Schwimmen. Nicht jeden Tag und meistens nur eine halbe Stunde. Aber er hat sich bewegt. "Dass ich plötzlich so konsequent beim Essen war, hat mich auch für den Sport motiviert", sagt der Cloppenburger.
Die Mahlzeiten mit Kalorienangaben, die sportlichen Einheiten und die persönlichen Empfindungen trug Metze stichwortartig in ein Tagebuch ein. Denn bei all seinen gescheiterten Diätversuchen habe er sich oft ein Buch gewünscht, in dem jemand von seinen eigenen Erlebnissen berichtet. Metze: "Die meisten Ratgeber sind jedoch von Leuten geschrieben, die selbst noch nie dick waren. Außerdem wird der Aspekt der Ersatzbefriedigung ausgeblendet." Das sei in seinem Buch anders. Das Interesse sei so groß, dass bereits eine internationale Veröffentlichung geplant sei. (ddp)
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