Erstellt 13.12.07, 14:44h
Die Muslime bräuchten dringend größere Räume und wollten sich nicht länger "herumschubsen" lassen, hieß es weiter. Der "Schwarze Peter" werde nun Coletta Manemann zugeschoben, die im kommenden Jahr Integrationsbeauftragte der Stadt wird. "Sie soll es nun richten, obwohl bisher ganz andere Personen in den Prozess eingebunden waren." Zuletzt hatte die Stadt dem Rat Gespräche für Februar 2008 zugesagt.
Muslimisch geprägtes Viertel
Der Al-Muhajirin-Verein, der Mitglied im Rat der Muslime ist, hatte in Bonn-Tannenbusch eine Minarettmoschee für etwa 800 Muslime sowie ein Kulturzentrum mit Schulungsräumen und Jugendtreff bauen wollen. Die Stadt lehnte die Pläne mit der Begründung ab, dass die Moschee die "unbestritten vorhandene Ghettobildung" in dem muslimisch geprägten Viertel verstärken könnte. Auch gebe es nicht genug Parkplätze. Derzeit nutzt der Verein Räume in der Theaterstraße als religiösen Treffpunkt.
Im Rat der Muslime, der 2006 als bundesweit erste lokale Interessenvertretung von Muslimen gegründet worden war, sind alle Bonner Moscheen und Islamverbände außer der umstrittenen König-Fahd-Akademie in Bad Godesberg organisiert. Dem Gremium gehören fünf arabische, drei türkische und eine bosnische Moschee sowie die Deutsche Muslim-Liga Bonn, die Islamische Hochschulvereinigung und der Muslimische Sozialbund an. Die Vereinigung vertritt die Interessen der 28.000 Muslime in der Stadt. Bislang gibt es in Bonn nur eine Moschee mit Minaretten. (kna)
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