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„P.S. Ich liebe dich“ - Briefe aus dem Jenseits

Von MILAN PAVLOVI´C, 17.01.08, 12:56h

Diese Kömodie von Richard LaGravenese ist die Verfilmung des Bestsellers von Cecelia Ahern. Hilary Swank spielt darin eine Witwe, die sich nach dem Tod ihres Gatten aus dem Leben zurückzieht.

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Holly Kennedy liest einen Brief ihres verstorbenen Ehemanns.
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Holly Kennedy liest einen Brief ihres verstorbenen Ehemanns.
Gerry und Holly sind ein Lexikonbeispiel für den Eintrag Traumpaar. Sie mögen sich necken wie ein altes Ehepaar und bisweilen kabbeln, inklusive zugeschmissener Türen und einer wütend verlassenen Wohnung - aber dann kommen sie doch rasch wieder zusammen und versprechen einander ewige Treue. Das Wichtigste daran ist: Man glaubt ihnen, dass nur der Tod die beiden scheiden kann. Und genau daraus resultiert der inzwischen weithin bekannte Schock, mit dem „P.S. Ich liebe Dich“ nach nicht einmal einer Viertelstunde aufwartet: Die Trennung erfolgt auf genau diese brutale Weise. Das war schon so in dem Bestseller, den die Irin Cecilia Ahern im Alter von nur 22 Jahren verfasste. Und das ist nun so in der ebenso sensiblen wie albernen wie effektiven Verfilmung von Regisseur Richard LaGravenese, die davon handelt, wie ein junger Erwachsener den frühen Verlust seiner großen Liebe verkraftet.

Die Kernfrage ist nun weniger, ob man dieses Schicksal als Zuschauer so erleben will - sondern ob man das den Schauspielern abnimmt. Der Film verblüfft nämlich mit einer unerwarteten Besetzung, zwei Hauptdarstellern, die man in einer melodramatischen Romanze nicht erwarten würde. Gerald Butler spielt Gerry. Für den Hauptdarsteller des Testosteron-Knallers „300“ ist das der Versuch, aus der Hottentotten-Muskelschublade zu entfliehen, bevor diese erstmals zugezogen worden ist. Butler offenbart dabei weiche, spielerische Züge, die er auch deshalb voll ausspielen kann, weil er nach der besagten Viertelstunde nur noch als idealisierte Figur erscheint, als Ratgeber aus dem Jenseits. Weil Gerry seine Holly so genau kennt und weiß, wie sehr sie sich hängen lässt, hat er ihr nämlich eine Reihe von Briefen hinterlassen, die nach und nach bei ihr eintrudeln. Mit ihnen will er ihr Leben auf den richtigen Kurs bringen, indem er sie auffordert, auszugehen und zu verreisen und zu reden - und zu flirten.

Das Gewicht des Films hat fortan Hilary Swank zu schultern. (Wobei sie vorzüglich unterstützt wird von Nebendarstellern wie Lisa Kudrow, Gina Gershon und Kathy Bates.) Die Vielbeneidete hat zwar mit ihren 33 Jahren bereits zwei Oscars gewonnen (für „Boys Don't Cry“ und „Million Dollar Baby“), aber noch in keinem Blockbuster mitgewirkt. Bisherige Versuche, aus ihrem Raster als hyperernsthafte Charakterdarstellerin auszubrechen, waren erfolglos und wirkten bisweilen hilflos. In „P.S.“ ist sie nun ganz auf fesch und verletzlich getrimmt, mit betont körperbetonten Kleidern und mehr Unterwäsche-Szenen als in all ihren vorangegangenen Filmen zusammen. Das bedarf der Gewöhnung, offenbar beidseitig. Aber dann spürt man, dass Swank auch eine Komödiantin sein kann. Und das ist oft schwieriger als die scheinbar schwierigsten Rollen. Wer „P.S. Ich liebe Dich“ mag, sollte es nicht versäumen, „Wachgeküßt“ nachzuholen, ein kleines, unterschätztes Melo von 1998, in dem es dem Regisseur tatsächlich gelang, Holly Hunter und Danny DeVito zu verkuppeln.

Wer so etwas schafft, für den ist „P.S. Ich liebe Dich“ fast schon zu einfach. Und gegen Ende findet der Film tatsächlich eine Weile lang nicht den richtigen Ausgang. Gerard Butler hat das geschickter gelöst. Kurz bevor „P.S.“ herauskam, beruhigte er alle Machos mit der Nachricht, er werde die Hauptrolle in „Escape From New York“ übernehmen. Das ist das Remake von John Carpenters Macho-Klassiker „Die Klapperschlange“.



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