Von NORBERT RAMME, 18.01.08, 22:22h, aktualisiert 19.01.08, 17:50h
Das machen die Jecken mit zwei Persiflage-Wagen - mal humorvoll, mal politisch-kritisch. Als „Die Kölsche Lösung - en neue Kulturkamell“ wird der Moschee als zweites Minarett kurzerhand ein Turm des Doms aufgesetzt. Davor dokumentieren Ditib-Geschäftsführer Mehmet Yildirim und Oberbürgermeister Fritz Schramma (mit Kopftuch in den rot-weißen Stadtfarben) die gute Nachbarschaft zwischen Kölschen und Muslimen. „Lustig, sehr gelungen, eine sympathische Darstellung“, kommentierte Schramma. Sichtlich zufrieden auch Yildirim: „Integration ist eine ernsthafte Aufgabe.“ Es sei aber ebenso wichtig, sich und anderen den Spiegel vorzuhalten. „Wer heute lacht, hat morgen Kraft.“ An diese Freiheit der Narren erinnerte Präsident Heinz-Günther Hunold von den Roten Funken, die die „Kölsche Lösung“ begleiten werden. „Wir wollen uns als Traditionskorps auch in die Stadtpolitik einmischen. Die Auseinandersetzungen um die Moschee sind Teil des Integrationsprozesses. Ziel ist, miteinander und voneinander zu lernen.“ So sehen es auch die Fidelen Zunftbrüder, die den zweiten Wagen übernommen haben. „Wir treten für eine offene Diskussion ein, dann werden wir eine tolle Moschee in Köln haben“, sagte KG-Präsident Detlev Bülles. Natürlich gebe es Sorgen, die man ernst nehmen müsse. Aber es gebe auch Leute, die diese Ängste schüren und missbrauchen.
Denen widmet sich der Wagen „Die Moschee im Dorf lassen“. Das kölsche Hänneschen blickt verschreckt angesichts des Zerrbildes, das ein Politiker (Aufschrift: „Contra Köln“) auf eine Leinwand zeichnet, während im Hintergrund das wahre Bild der Moschee zu sehen ist. Kuckelkorn: „Ein gut proportionierter Bau eines international angesehenen Architekten, dessen Minarette ein ganzes Stück kleiner sind als der Colonius und der Dom.“ Bei den türkischen Gästen kamen die beiden Festwagen gut an. „Das ist anständiger Humor. Eine Idee, die in die Geschichte des Karnevals eingehen wird“, sagte Mehmet Aktan, Redakteur der türkischen Zeitung „Milliyet“.
Neben den Mitgliedern der jeweiligen Gesellschaften (Kuckelkorn: „Die stehen hundertprozentig hinter ihrem Thema.“) sollen Vertreter der Muslime Kamelle und Strüßjer unters Volk werfen. Bülles: „Das war für uns Bedingung.“ Für Festkomitee-Präsident Markus Ritterbach nur ein erster Schritt: „Schön wäre es, wenn in den nächsten Jahren wie selbstverständlich kölsche Muslime in den Korps und Gesellschaften mitmachen.“
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