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„Kölsche Lösung” im Moschee-Streit

Erstellt 18.01.08, 13:52h, aktualisiert 18.01.08, 23:20h

Mit zwei Persiflage-Wagen kommentiert der Rosenmontagszug den Streit um den geplanten Moscheebau im Kölner Stadtteil Ehrenfeld. Auf einem Motiv wird ein Mix aus Kölner Dom und Moschee präsentiert.

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Ein Festwagen verspricht eine "Kölsche Lösung": So soll der wegen seiner Ausmaße umstrittene Moscheebau einen Turm des Kölner Doms als Minarett erhalten.
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Ein Festwagen verspricht eine "Kölsche Lösung": So soll der wegen seiner Ausmaße umstrittene Moscheebau einen Turm des Kölner Doms als Minarett erhalten.
Köln - Mit zwei Persiflage-Wagen kommentiert der Kölner Rosenmontagszug den Streit um den geplanten Moscheebau im Stadtteil Ehrenfeld. "Dieses Thema hat die Kölner in den vergangenen Monaten sehr beschäftigt. Zu keinem anderen Ereignis haben wir mehr Entwürfe für die Wagen bekommen", sagte Zugleiter Christoph Kuckelkorn am Freitag in Köln.

Ein Festwagen verspricht eine "Kölsche Lösung": So soll der wegen seiner Ausmaße umstrittene Moscheebau einen Turm des Kölner Doms als Minarett erhalten. Auf dem Entwurf vertreten sind auch Mehmet Yildirim, Geschäftsführer der Türkisch-Islamischen Union (Ditib), die das Gebetshaus bauen will, und Kölns Oberbürgermeister Fritz Schramma (CDU), der ein Kopftuch in den Kölner Stadtfarben rot-weiß trägt.

Politischer geht der zweite Wagen mit die Titel "Moschee im Dorf lassen" das Thema an. Da wendet sich der kölsche Volksheld Hänneschen entsetzt von einem Politiker ab, der auf einer Staffelei die Kuppel der Moschee als Totenkopf malt. Dieser Politiker ist anhand der Armbinde "Contra Köln" leicht als Mitglied der rechtspopulistischen Bürgerbewegung Pro Köln zu erkennen, die seit zwei Jahren vehement gegen die Baupläne der Ditib vorgeht.

Kuckelkorn bezeichnete beide Wagen als "Ausrufezeichen des Kölner Rosenmontagszugs": "Wir wollen ein Zeichen setzen gegen die, die ernstzunehmende Ängste und Sorgen der Bevölkerung dazu nutzen, um den Islam zu pauschalisieren und zu diffamieren."

Schramma bezeichnete die Wagen als "sympathisch und gelungen". Die Entwürfe seien zwischen dem Büro des Oberbürgermeisters und der Ditib abgestimmt, wobei erste Vorschläge nicht akzeptabel gewesen seien.

Dennoch handele es sich jetzt nicht um eine "weichgespülte Konsens-Lösung", betonte Kuckelkorn. Die Diskussionen und die Rücksprache mit dem islamischen Verband seien richtig und wichtig gewesen: "Wir wussten ja nicht, wie im Zusammenhang mit der Moschee-Debatte gewisse Bilder und Darstellungen in anderen Kulturkreisen wahrgenommen oder interpretiert werden."

Ditib-Geschäftsführer Yildirim nannte die Wagen "wunderbar und hervorragend". In ihnen zeige sich der Geist des gelebten Miteinanders von Deutschen und Türken in Köln. Schramma lobte die Kooperation der Ditib: "Wer in einer politischen und gesellschaftlichen Debatte auftritt, muss auch bereit sein, über sich selbst zu lachen. Das muss man aushalten."

Die beiden Festwagen werden von den Karnevalsgesellschaften Rote Funken und Fidele Zunftbrüder betreut. Der Präsent der Zunftbrüder, Detlev Bülles, sagte, dass die Entwürfe bei den Mitgliedern intensiv und kontrovers diskutiert worden seien: "Wir finden es aber wichtig, hier ein Zeichen für Toleranz und friedliches Miteinander zu setzen, denn das ist eine der Kernbotschaften des Karnevals." Möglichen Reaktionen blicke man gelassen entgegen. Auch habe man Wert darauf gelegt, dass Funktionäre der Ditib auf dem Festwagen mitfahren.

(ddp)



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