Von GÜNTER HOCHGÜRTEL, 06.02.08, 18:51h
Bad Münstereifel-Eicherscheid - Wenn man Ursula Koch-Traeger vor - sagen wir mal - zehn Jahren gesagt hätte, dass sie irgendwann einmal beim Fischessen der Münstereifeler „Bubbelsbröder“ neben Achim Bädorf sitzen und mit diesem fröhlich Karneval feiern würde, hätte sie dies mit Empörung zurückgewiesen. Denn es gab Zeiten, da waren die ehemalige Bürgermeisterin (SPD) und ihr späterer Nachfolger (CDU) wie Katz und Hund. Im Rathaus flogen damals die Fetzen selbst bei nichtigen Anlässen.
Aber jetzt, wo weder Bädorf noch Koch-Traeger ganz vorne in der Politik mitmischen, hat sich das persönliche Verhältnis offenbar entspannt. Man feierte im Kreis von Freunden und Familie mit knapp 400 Fastelovendsjecken den Ausklang der tollen Tage. Das Fischessen ist so etwas wie ein gesellschaftliches Ereignis in Bad Münstereifel, einer Stadt, die von solchen Anlässen nicht allzu viele hat.
Weil das Kurhaus momentan zum Verkauf und deshalb nicht zur Verfügung steht, zogen die „Bubbelsbröder“ ins benachbarte Eicherscheid um, ins ehemalige Haus Rupperath, wo man schon früher öfters Veranstaltungen ausgerichtet hatte. Die Gastronomie firmiert inzwischen unter dem Namen „Wintergarten“ und bietet in ihrem großen Saal fast 400 Gästen an Tischen Platz.
Zur Freude der „Bubbelsbröder“ waren fast alle Stühle besetzt, als Sitzungspräsident Martin Hergarten und der Elferrat die Bühne enterten. Beim Fischessen haben sich über die Jahre hinweg einige feste Programmpunkte entwickelt. Dazu gehört die Tanzkapelle „New Babados“, die das närrische Treiben musikalisch umrahmte, ebenso wie der „Tulpen-Heini“ Roland Paquot, der im belgischen Eynatten zu Hause ist und schon seit langem zum Stammpersonal gehört.
Immer gern gesehener Gast bei den „Bubbelsbrödern“ ist auch der „bergische Jong“. Willibert Pauels gehört zu den Spitzenrednern im Kölner Karneval und wurde seinerzeit von Hannes Schöner, dem Bassisten der „Höhner“, in die Eifel gelockt. Diesmal erzählte der „fromme Jeck“, so der Titel eines WDR-Fernsehporträts über Pauels, nicht nur Witze, sondern sang auch ausnahmsweise. Damit konnte er den Saal zwar nicht in ein Tollhaus verwandeln, aber es gab wohlwollenden Applaus für den Bütten-Profi.
Schmerzlich vermisst wurde wieder das stadtweit bekannte „Sackeifel-Duo“, das viele Jahre lang Höhepunkt der Fischessen-Sause war. Aber Fredi Kirchner und Robert Nolte treten vorerst nicht mehr auf. Dafür sprang Elke Carl in die Bresche, die ihren Vortrag mit jede Menge Lokalkolorit versehen hatte. Sie lästerte über das neue öffentliche WC-Häuschen am Orchheimer Tor ebenso wie über die dilettantischen Versuche der Verwaltung, das Kurhaus quitt zu werden. Die Rednerin verfügte offenbar über detaillierte Ortskenntnisse und setzte sie in gelungene Pointen um.
Getanzt wurde zwischendrin auch: Erst fegten die „Schwarzen Blitze“ übers Parkett, dann legte sich die Tanzgruppe „Ülekrade“ ins Zeug. „Harry und Chris“ schafften es kurz vor dem Finale, die Leute richtig in Schwung zu bringen: mit bekannten Melodien, aber auch mit eigenen Liedern. Den Schlusspunkt setzten schließlich die „Bubbelsbröder“ selbst, die als Männerballett die behaarten Beine warfen.
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