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Eine außergewöhnliche Reise

Von CHRISTINE BADKE, 13.02.08, 19:02h

Mechernich-Kommern - Die Crew des Dokumentarspielfilms "Fräulein Stinnes fährt um die Welt" musste einige geographische Gewissheiten erschüttern, um den Dreh im Zeitrahmen zu halten.

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Mit einem "Adler" startet Cläremore Stinnes ihre Weltreise.
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Mit einem "Adler" startet Cläremore Stinnes ihre Weltreise.
Mechernich-Kommern - Die Wüste Gobi liegt für sie in Marokko, ein russisches Sumpfgebiet bei Düren. Die Crew des Dokumentarspielfilms „Fräulein Stinnes fährt um die Welt“ musste einige geographische Gewissheiten erschüttern, um den Dreh im Zeitrahmen und im Budget zu halten. Zurzeit ist das etwa 35-köpfige Team im Kommerner Freilichtmuseum. Warum? Was hier in der Gegend Allgemeinplatz ist, hat für die Kölner Produktionsfirma „taglicht media“ ein Location-Scout recherchiert: Preußisch-Sibirien liegt in der Eifel - und russisches Ambiente wurde für die Geschichte dringend gesucht.

Der „Kölner Stadt-Anzeiger“ besuchte Regisseurin Erica von Moeller und das Team gestern am Set. In der Baugruppe Niederrhein hatte sich ein geeignetes Gehöft für die dreitägigen Dreharbeiten gefunden. Von Moeller schwärmte von den Bedingungen im Freilichtmuseum: „Man hat gleichzeitig den Luxus, dass alles nah beieinander ist wie im Studio, auf der anderen Seite aber richtige Häuser mit einer Patina, die im Studio nie so wirken würde.“

In dem Film, der für den WDR produziert und zunächst im Kino zu sehen sein wird, geht es um die Industriellentochter Clärenore Stinnes, die 1927 mit dem schwedischen Kameramann Carl-Axel Söderström und zwei Mechanikern eine außergewöhnliche Expedition startete: Zwei Jahre lang sitzt Stinnes, die damals die erfolgreichste Rennsportlerin Europas war, am Steuer ihres „Adler Standard 6“. 48 000 Kilometer lang ist die Strecke. Istanbul, Damaskus, Novosibirsk, Buenos Aires, New York, Paris und Berlin lauten nur einige Stationen ihrer abenteuerlichen Reise. Alle Helfer steigen unterwegs aus dem Projekt aus - außer Söderström, den Stinnes später heiratete.

Der Dokumentarspielfilm basiert auf den Tagebüchern Söderströms, auf dem originalen Filmmaterial der Reise, das 1930 unter dem Titel „Im Auto durch zwei Welten“ in die Kinos kam, auf umfangreichen Recherchen und den Spielfilmszenen unter der Regie Erica von Moellers.

Als Produzent Bernd Wilting ihr das Drehbuch von Sönke Lars Neuwöhner anbot, habe sie für die Rolle von Fräulein Stinnes sofort Sandra Hüller („Requiem“) im Kopf gehabt, erzählte die Regisseurin. Und nach der ersten kleinen Probeszene mit der Hauptdarstellerin und Bjarne Henriksen, der Söderström mimt, war klar, dass der dänische Schauspieler, bekannt als Koch aus „Das Fest“, den Part übernehmen sollte.

Nur eines fehlt dem Film-Team noch: Da das Wetter sich in diesen Tagen von seiner sonnigen Seite zeigt, lassen die Effektspezialisten es heute und morgen kräftig regnen und schneien.



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