Von FRANK OLBERT, 14.02.08, 11:02h
Im sechsten Teil von „Rocky“ spielte Stallone den Boxer mit Alterswürde und Titelaussichten. Eher komisch wirkten im Anschluss die Meldungen auf den Klatschseiten, man habe den Schauspieler wegen des Besitzes muskelaufbauender Präparate verhaftet - wobei sich Stallone unter dem Hinweis verteidigte, bald werde jeder diese heilbringenden Mittelchen nehmen.
Nein, gesund können diese Pillen wirklich nicht sein, denn wenn man den Helden nun in seiner zweiten Paraderolle sieht, dann stimmt zwar die Muskelkraft - dafür aber bleibt das Köpfchen ganz und gar auf der Strecke, ach was, es wird unter den Salven des Herrn John Rambo ganz einfach aus diesem Film hinweggepustet, der wie eine sehr schlechte Karikatur auf seine frühen Vorgänger wirkt. Sollte bei „John Rambo“ Humor aufkommen, dann höchstens unfreiwillig.
Am Anfang des Films tut John Rambo Dienst in Thailand, fängt Schlangen und ist ansonsten melancholisch, wofür Stallones Mundwinkel ja weltberühmt sind. Als eine Gruppe Weltverbesserer nach Burma aufbrechen will, warnt er sie zwar zuerst davor, rettet die wirklich schrecklich naiven Rebell(inn)en schließlich aber doch, und zwar hauptsächlich deshalb, weil eine von ihnen gut aussieht.
Ansonsten ist Rambo wie gewohnt der Pragmatiker, der Krieg eben zu seinem Handwerk zählt - auch wenn es ihm und erst recht seinen Feinden nicht gefällt. In der neuen Episode verkommt das alles zu einer freudlosen Schießerei, die man sich schenken kann. Dann schon lieber „Rambo 1“, im englischen Original „First Blood“, auf DVD.
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