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Singvögel sterben in tückischen Leimrutenfallen

Erstellt 15.02.08, 20:52h

Ein Unbekannter hatte auf dem Spielplatzgelände 146 Leimruten ausgelegt, um Singvögel zu fangen. Das Komitee gegen Vogelmord hat nun Polizei und Staatsanwaltschaft eingeschaltet.

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Das Braunkehlchen hat keine Chance: Dieser Vogel hat sich in Süditalien in einer Leimrute verfangen.
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Das Braunkehlchen hat keine Chance: Dieser Vogel hat sich in Süditalien in einer Leimrute verfangen.

Bonn - Zuerst ahnten die Mitarbeiter des Abenteuerspielplatzes Brüser Dorf nichts Böses, doch dann entpuppte sich der Fund als skrupellose Tierschänderei. Ein Unbekannter hatte auf dem Spielplatzgelände 146 Leimruten ausgelegt, um Singvögel zu fangen. Und nach Einschätzung des Komitees gegen Vogelmord e.V. war der Tierquäler auch erfolgreich. „Wir haben Federn und andere Vogelreste gefunden, die darauf schließen lassen, dass die Tiere zum Verzehr gerupft wurden“, erklärte Biologe Axel Hirschfeld.

Die Aktionsgemeinschaft für Tier- und Artenschutz, deren Bundesgeschäftsstelle auf dem Dransdorfer Berg sitzt, hat umgehend Polizei und Staatsanwaltschaft eingeschaltet. An den Leimruten klebten nach Angaben des Komitees Federn von Buchfinken, Amseln, Blau-, Kohl- und Weidenmeisen sowie Rotkehlchen. „Wir haben es hier mit einem umfangreichen Fallenarsenal zu tun, das sehr professionell eingesetzt wurde. Mit Sicherheit sind sehr viele Vögel gestorben“, so Komiteevorsitzender Heinz Schwarze. Tierschützer und Mitarbeiter des Vereins Brüser Dorf kontrollieren seitdem täglich das Gelände - ohne Erfolg. „Wenn wir keine Zeugen finden, wird es schwer werden, den Täter zu stellen“, weiß Hirschfeld. Wer Angaben machen kann, soll sich an das Komitee ( 0228 / 66 55 21) wenden.

Der Fang von Singvögeln mit Leimruten ist eine Jahrhunderte alte Jagdmethode, die seit 1970 europaweit durch die Europäische Vogelschutzrichtlinie streng verboten ist. Hochburgen des illegalen Vogelfangs mit Leim sind nach Auskunft des Komitees die italienischen Südalpen, Katalonien und Zypern. Seit Jahren arbeiten die Bonner Tierschützer mit Gleichgesinnten in Italien zusammen und gehen gemeinsam gegen die dortigen Vogelfänger vor. „Das ist der erste Vorfall dieser Art in Bonn. Allerdings sind in jüngster Vergangenheit zahlreiche Verstöße gegen das Tierschutzgesetz in nächster Umgebung bekannt geworden“, sagt Schwarze. Zum Beispiel vergiftete Greifvögel in den Kreisen Düren und Heinsberg, ein abgeschossener Uhu in Schleiden und ein erlegter Sperber bei Vettweiß. Täter konnten bislang nicht ermittelt werden.

Klaus Peter Schäfer, Leiter des Abenteuerspielplatzes, erklärte, dass der Vogelfänger eine Holzhütte seiner Einrichtung als Ansitz genutzt hat. „Wer auf unser Gelände will, der schafft das ohne große Mühe. Wir haben schon seit einiger Zeit Federn und klebrige Äste gefunden. Allerdings haben wir uns dabei nichts gedacht. Doch jetzt kam mir das seltsam vor, und deshalb habe ich die Vogelschützer informiert“, erzählt Schäfer. (hol)



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