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„Handys sind zu kompliziert“

Erstellt 02.03.08, 21:00h, aktualisiert 03.03.08, 10:40h

Viele Nutzer fühlen sich bei Handys mittlerweile überfordert. Telekommunikations-Experte Tomislav Logara gibt Tipps, worauf man bei einem Beratungsgespräch im Handy-Geschäft unbedingt achten sollte.

Tomislav Logara ist Handyexperte und fachautor des Buches „Mobile Business B2C“.

KÖLNER STADT-ANZEIGER Herr Logara, aktuelle Studien zeigen, dass sich mehr als die Hälfte aller Handynutzer über zu komplizierte Geräte beklagen. Bestätigt Ihre Erfahrung diese Ergebnisse?

TOMISLAV LOGARA Ja, das trifft genau zu. Die Anforderungen an den Verbraucher sind viel zu hoch, gerade im Handybereich. Mehr als zwei Drittel - vor allem ältere Menschen - rea gieren ablehnend auf die komplizierte Technik. Viele scheitern beispielsweise schon beim Versenden einer SMS von einem fremden Gerät aus. Schon einfachste Anwendungen bereiten oft Probleme. Das hat Nokia früh erkannt und daraus seinen Nutzen gezogen. Die Handys der Finnen gelten als sehr einfach und benutzerfreundlich. Das ist auch ein entscheidender Grund für die Marktführerschaft.

Wer ein neues Handy braucht, muss sich fast immer auf den Rat des Händlers verlassen. Woran erkennt man einen guten Verkäufer?

LOGARA Ich rate zur Vorsicht: Verkäufer arbeiten oft auf Provision und bekommen eine Sonderprämie, wenn sie ein bestimmtes Produkt verkauft haben. Man merkt meist schnell, wenn der Verkäufer nicht kunden- sondern absatzorientiert ist. Statistiken zeigen außerdem, dass ein guter Verkäufer während eines Beratungsgesprächs durchschnittlich knapp fünf Fragen stellt, schlechte hingegen nicht einmal zwei.

Wie reagiert der Kunde, wenn er ein neues Handy kaufen will, sich im Beratungsgespräch aber überfordert fühlt?

LOGARA Der Kunde wird ablehnend reagieren und von einem Kauf absehen. Die Standardfloskel ist dann fast immer: «Ich muss mir das noch einmal überlegen.»

Kann man die Qualität des Verkäufers auch vor Ort im Laden überprüfen?

LOGARA Es kann nicht schaden, wenn man sich im Geschäft das Handy mal vorführen lässt. Wenn dabei schon Probleme entstehen, ist das meist ein schlechtes Zeichen - für das Handy und den Verkäufer.

Auch über das Gebührenchaos gibt es oft Klagen. Machen die Betreiber ihre Angebote bewusst so kompliziert, damit man den Überblick verliert?

LOGARA Das will ich so nicht verallgemeinern. Das war vielleicht mal so, aber inzwischen ist eine Trendwende eingeläutet worden. Viele versuchen transparenter zu arbeiten. Bislang befinden sich am Ende der Gebührenübersicht noch vier Seiten Fußnoten, die sowieso niemand liest. O will zukünftig komplett darauf verzichten. Das ist ein gutes Signal.

Wohin geht die Entwicklung?

LOGARA Alles soll transparenter werden. Das schafft Vertrauen. Das Motto lautet: zurück zu den Wurzeln. Natürlich wird die Technik weiterentwickelt, aber die Komplexität wird zurückgeschraubt. Die Funktionalität des Handys darf den Nutzer nicht erschlagen.

INTERVIEW: SVEN WINTERSCHLADEN



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