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Schutz oder Risiko?

Erstellt 27.02.08, 16:48h, aktualisiert 28.02.08, 10:13h

Diskussion über die Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs: Nach den zwei ungeklärten Todesfällen in Österreich und Deutschland schreckt so manches junge Mädchen vor einer solchen Schutzimpfung zurück.

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Die Impfung sollte vor dem ersten Geschlechtsverkehr verabreicht werden.
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Die Impfung sollte vor dem ersten Geschlechtsverkehr verabreicht werden.
Sie soll ein gesundes und sportliches Mädchen gewesen sein. Der plötzliche Tod der 19-jährigen Österreicherin Jasmin Soriat im Oktober war nicht nur für ihre Familie ein Schock. Die Todesursache ist bis heute ungeklärt. Ihre Eltern sehen einen klaren Zusammenhang zwischen ihrem plötzlichen Tod und der HPV-Impfung, die Jasmin drei Wochen vor ihrem Tod erhalten hat.

„Ich möchte nur rechtzeitig darauf hinweisen, dass für uns der Zusammenhang zwischen der HPV- Impfung und dem Tod unserer geliebten Jasmin hundertprozentig gegeben ist“, sagt Stefan Soriat, „und wir wollen die Öffentlichkeit vor dieser Impfung warnen.“

Die HPV-Impfung ist in Deutschland seit März 2007 zugelassen und schützt gegen humane Papillomviren. Drei Typen dieser Viren können zu Gebärmutterhalskrebs führen. Auch in Deutschland gab es 2007 einen Todesfall, der mit der Impfung in Verbindung gebracht wird. Die 17-Jährige starb einen Tag nach der zweiten Injektion des Impfstoffes Gardasil. Auch bei ihr waren keine Vorerkrankungen bekannt.

Die Bonner Schülerin Katrin Hemmrich hat keine Angst vor etwaigen Nebenwirkungen, da ihre erste Impfung schon ein Jahr her ist. „Würde ich heute überlegen, ob ich mich impfen lassen soll, würde ich wahrscheinlich noch etwas abwarten, bis klar ist, ob die zwei Todesfälle etwas mit der Impfung zu tun haben“, sagt die 18-Jährige.

Jürgen Lösch, Pressereferent von Herstellerfirma Sanofi Pasteur MSD, erklärt dazu: „Ärzte sind bei neuen Impfstoffen dazu verpflichtet, vermeintliche Nebenwirkungen zu notieren und weiter zu leiten.“ Somit sei unter Umständen bei einigen Fällen zwar ein zeitlicher Zusammenhang zwischen Impfung und vermeintlichen Nebenwirkungen gegeben, aber kein kausaler, argumentiert Lösch. „Problematisch sind für uns die Nebenwirkungen, die dem Impfstoff zugesprochen werden, aber gar keine Nebenwirkungen des Impfstoffes sind.“

Das zuständige deutsche Bundesamt, das Paul-Ehrlich-Institut (PEI), hält es nicht für erforderlich, dass die Sicherheit des Impfstoffes neu bewertet wird. Zu der gleichen Beurteilung kommt die Europäische Arzneimittelagentur EMEA. Auf Anfrage bei einigen Frauenärzten im Rhein-Sieg-Kreis wollte sich niemand zu der Thematik äußern. Professor Peter Mallmann, Direktor der Uni-Frauenklinik in Köln, sagte kürzlich: „Wichtig ist, dass die Mädchen vor dem ersten Geschlechtsverkehr geimpft werden. Wer diesbezüglich nicht unter Druck ist, sollte abwarten, bis weitere Klarheit herrscht.“

Die Studentin Annabel Walz aus Bonn (22 Jahre) ist, seit sie von den zwei Todesfällen gehört hat, sehr skeptisch. „Ich habe mich dazu entschieden, mich nicht impfen zu lassen. Ich gehe regelmäßig zur Vorsorge. Da kann ich mir wenigstens sicher sein, dass es keine Nebenwirkungen gibt.“

JUDITH FISCHER



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