Von HELMUT FRANGENBERG UND HEINZ TUTT, 28.02.08, 20:43h, aktualisiert 29.02.08, 09:19h
Der abgespeckte Lehrplan betrifft Gymnasiasten, die mit der Eingangsklasse im Schuljahr 2005 / 2006 auf den achtjährigen Bildungsgang zum Abitur umgestellt worden sind. Einige Beispiele für die gravierenden Änderungen sind:
In Geschichte beschränkt sich die „Weimarer Republik“ im Unterricht auf deren Untergang. Themen wie „Friedenssicherung“ oder „Europa als Traditionsraum“ fallen komplett weg. Die griechische Antike wird nur noch reduziert vermittelt.
In Erdkunde sind Themenfelder wie „Leben und Wirtschaften unter verschiedenen soziokulturellen Bedingungen“ oder „Raumwirksamkeit politischer Entscheidungen“ deutlich reduziert worden.
In Latein brauchen sich die Turbo-Gymnasiasten nur noch auf die Interpretation „mittelschwerer Originaltexte“ einzustellen.
In Mathematik gibt es Abstriche im Bereich Algebra. Der Umgang mit Logarithmen wird nicht mehr erwartet. Auch in der Geometrie wird auf Unterrichtsstoff verzichtet.
In Englisch wird beispielsweise weniger Wert auf „exemplarische Einblicke in gesellschaftliches Leben“ im Schulunterricht gelegt.
Weitere Reduzierungen des Lernstoffs sind in Physik, Chemie und Biologie vorgesehen. Für die Fächer Kunst, Musik und Sport werden keine neuen Lehrpläne erarbeitet. Auch der Unterrichtsstoff für evangelische und katholische Religionslehre bleibt vorerst unverändert.
Das Vorgehen der nordrhein-westfälischen Landesregierung wird bei Schulleitungen offenbar positiv aufgenommen. Die Entschlackung der Lehrpläne sei richtig, sagen die Schulleiter des Maximiliam-Kolbe-Gymnasiums in Porz-Wahn und des Humboldt-Gymnasiums in der Kölner Innenstadt, Karsten Möring und Harald Junge. „Die Entwicklung der Kernlehrpläne ist der richtige Schritt, weil Stoffhuberei rausfällt“, meint Junge. Auf viele Details könne man bei der Wissensvermittlung verzichten. Zusätzlicher Nachmittagsunterricht sei keine Lösung, weil die Lernzeiten nicht effektiv seien, meint Karsten Möring.
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