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NPD-Leute trafen sich in Friesheim

Von ULI KREIKEBAUM, 17.03.08, 19:30h

Erftstadt - Der Bundesvorsitzende Udo Voigt sprach am Samstagnachmittag vor bis zu 100 Anhänger der rechtsextremen NPD im Sportlerheim in Erftstadt-Friesheim. Vorsitzender und Ortsvorsteher Hermann-Josef Wiebusch fühlt sich hintergangen.

Erftstadt - Die Rollläden waren laut Polizei zugezogen, die Türen verriegelt, als sich am Samstagnachmittag bis zu 100 Anhänger der rechtsextremen NPD im Sportlerheim in Erftstadt-Friesheim versammelten. Auf dem Sportplatz spielten derweil Jugendliche Fußball. Als die jungen Sportler nach dem Spiel durch die Fenster schauten, sahen sie Männer mit Glatzen, eine NPD-Fahne und einen Redner, bei dem es sich um den NPD-Bundesvorsitzende Udo Voigt gehandelt haben soll.

Am vergangenen Dienstag hätten „zwei ganz vernünftig wirkende Männer ohne Glatze“ bei ihm vorgesprochen, sagt Hermann-Josef Wiebusch, Vorsitzender des SC Friesheim und Ortsvorsteher. Die Männer hätten gefragt, ob sie am Samstag „ein Reservistentreffen der Bundeswehr“ im Sportheim veranstalten dürften. Der Verein hatte keine Bedenken, nun fühlt Wiebusch sich „hintergangen“. Am Samstagnachmittag sei er darauf angesprochen worden, warum er das extrem rechte Treffen nicht sofort aufzulösen lasse. Andere hätten geraten, keinen Wirbel zu machen, weil die zwei Polizisten, die vor Ort waren, nicht ausgereicht hätten. „Wir haben uns dann entschieden, das laufen zu lassen“, sagt Wiebusch. Für ihn sei das Thema „eigentlich erledigt“ gewesen, nachdem der Koch der rechtsextremen Gruppe tags darauf die Getränke bezahlt habe. Trotzdem überlege er nun, „das Sportlerheim nie mehr an Dritte zu vermieten“.

Wie Polizeisprecher Georg Kraushaar mitteilte, sollte die Veranstaltung ursprünglich in Düren stattfinden. Die Polizei habe vor Ort nicht eingegriffen, da es sich um eine nicht-öffentliche Versammlung gehandelt habe und es keinerlei Unruhe gegeben habe, so Kraushaar.

Es wird vermutet, dass die NPD die Kontakte ihres Dürener Kreisvorsitzenden Ingo Haller nutzte, um in Erftstadt unterzukommen. Er habe Hallers Handynummer erhalten, bestätigt Wiebusch. Den Namen habe er nie zuvor gehört. Ingo Haller arbeitet bei einem Erftstädter Unternehmen.



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