Von SILKE UERTZ, 26.03.08, 08:17h
Verfärbungen der Zähne treten beim Konsum von Nikotin, Kaffee, Tee, Rotwein oder Himbeeren auf. Weil diese Substanzen nur den Zahnbelag verdunkeln, können die Verfärbungen leicht mittels Putzen entfernt werden. „Es gibt aber auch unschöne Flecken durch Karies im Zahn oder durch eine falsche Putztechnik, bei der der Zahnschmelz abgeputzt wird“, erklärt Noack. Auch wenn ein Nerv im Zahninneren abstirbt, ist der dadurch entstandene Bluterguss von außen zu sehen. In diesen Fällen kommt das „Bleaching“ ins Spiel. Dabei wird traditionell zwischen „In-Office-Bleaching“ und „Home-Bleaching“ unterschieden. Das „In-Office-Bleaching“ findet in einer Zahnarztpraxis statt. Dabei wird ein hochkonzentriertes Aufhellmittel vom Arzt auf die Zähne aufgetragen und wirkt dort für bis zu 30 Minuten. Manchmal sind mehrere Behandlungen nötig, um ein gutes Ergebnis zu erzielen. Auch Bleichlampen werden eingesetzt, um die Wirkung des Gels zu verstärken. Aber hier sei Vorsicht geboten, meint Noack. „Mit Blick auf die Therapie sind diese Stars-Wars-Lampen nicht wirksam, können aber bei unsachgemäßer Handhabung Schäden im Mundraum verursachen.“
Mit niedrig dosierten Mitteln bleichen
Generell hält Noack nichts von der schnellen Behandlung durch den Zahnarzt. „Besser ist es, die Zähne mit einem niedrig dosierten Mittel zu bleichen.“ Wie beim „Home-Bleaching“. Hier fertigt zunächst ein Zahnlabor oder ein Dentalkosmetiker eine Kunststoffschiene an, die die zu bleichenden Zähne überdecken soll. Noack: „Im Prinzip reicht auch eine fremde, nicht individuelle Schiene aus.“ Zur Zahnaufhellung füllt der Patient ein Aufhellgel in die Schiene und trägt diese zwischen einer und acht Stunden. Auch hier sind mehrere Behandlungen häufig angebracht. Bei beiden Behandlungsarten können die frisch geweißten Zähne empfindlich gegen Süßes, Saures, Heißes und Kaltes reagieren. Diese Nebenwirkungen klingen aber im Normalfall nach wenigen Tagen wieder ab. Nur bei wurzelkanalbehandelten Zähnen gilt: Als Bleich-Sonderform gilt die „Walking-Bleach“-Methode. Sie wird angewendet, um ein Hämatom, das in einem abgestorbenen Zahn durch eine Wurzelkanalbehandlung entstanden ist, optisch verschwinden zu lassen. Dazu wird der Zahn aufgebohrt und dort für ein paar Tage eine Einlage zur Aufhellung angebracht. „Das ist bei Bedarf eine Standardtherapie nach einer Wurzelkanalbehandlung und wird von jedem Zahnarzt geleistet“, erklärt Noack.
Wenn alles nicht hilft, dann heißt die Lösung für viele „Veneers“. Bei dieser Alternative wird die vordere Seite des Zahnes abgeschliffen und ein Keramikfurnier als Teilkrone angebracht. „Man kann sich das vorstellen wie bei einer neuen Front für eine Küche“, erklärt Noack. Geht es aber um eine einfache Zahnaufhellung, ist die „Home-Bleaching“-Methode der Favorit des Experten - unter Aufsicht eines Zahnarztes. „Sie ist aus zeitlicher wie aus wirtschaftlicher Sicht am besten, denn sie kostet unter 100 Euro im Vergleich zur bis zu 500 Euro teuren Variante in einer Zahnarztpraxis.“ Das Bleichen zu Hause funktioniere zwar auch mit Discount-Produkten, besser sei aber ein spezielles Präparat, das mittels einer konfektionierten Schablone, die mit Bleichgel gefüllt ist, die Zähne aufhellt und nur eine Stunde im Mund behalten wird.
Vor allem sollte jedoch zunächst eine professionelle Zahnreinigung stehen. „Das ganze soll schließlich unter gesunden Verhältnissen stattfinden“, sagt Noack. Sie bringe schließlich auch schon einen Ästhetikgewinn und nütze zudem auch der Gesundheit. Außerdem sollte man sich beim Arzt beraten lassen, ob es aus medizinischer Sicht sinnvoll ist, die Zähne zu bleichen. Schließlich werden Zahnfüllungen, Kronen oder Brücken durch Bleaching nicht verändert. Und nicht zuletzt sollte die Gesundheit und nicht die Ästhetik der Zähne an oberster Stelle stehen. Noack: „Ich weiß nicht, ob weiße Zähne mit Zahnfleischbluten wirklich sexy sind.“
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