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Merkel will Änderungen beim „Turbo-Abi”

Erstellt 22.03.08, 14:49h

Bundeskanzlerin Angela Merkel erwartet von den Bundesländern Änderungen beim umstrittenen Turbo-Abitur. Die Verkürzung der Schulzeit bis zum Abitur von 13 auf 12 Jahre sei aber grundsätzlich richtig gewesen, sagte die Kanzlerin.

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Berlin - Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) erwartet von den Bundesländern Änderungen beim umstrittenen Turbo-Abitur. Die Verkürzung der Schulzeit bis zum Abitur von 13 auf 12 Jahre sei grundsätzlich richtig gewesen, sagte die Kanzlerin am Samstag bei einem Kongress des Ringes Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS). Falsch sei es aber, es beim gleichen Unterrichtsvolumen und auch bei den Lehrinhalten zu belassen, ohne auf die kürzere Gymnasialzeit einzugehen, sagte Merkel. Sie finde es richtig, dass jetzt über diese Frage eingehend diskutiert werde.

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Dabei hoffe sie, dass bis zu ihrem Spitzengespräch mit den Länder-Regierungschefs über die Bildungspolitik im Herbst bereits die Grundlagen für ein bundesweit akzeptiertes Schulsystem gelegt worden seien, sagte Merkel. Die Kanzlerin will Ende Oktober mit den Ministerpräsidenten über eine nationale Qualifizierungsinitiative, dem zunehmenden Fachkräftemangel vor allem bei Ingenieuren und Naturwissenschaftlern und über weitere Verbesserungen bei der Bildung verhandeln.

Das Nachrichtenmagazin "Focus" berichtet indes unter Berufung auf einen Entwurf der Präsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK), Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU), dass es nicht zu einer Reduzierung der Stundenzahl im Gymnasium kommen werde. Die KMK empfiehlt "Focus" zufolge den Ländern Erleichterungen für Schüler durch weniger Hausaufgaben und den Umbau der Gymnasien zu Ganztagsschulen. Die KMK tagt am kommenden Donnerstag in Berlin.

Die Bundeskanzlerin plädierte erneut für ein bundesweites, vergleichbares Zentralabitur. Gleiche Aufgaben, etwa in Mathematik, bedeuteten "nicht das Ende des Kulturföderalismus". Ein bundeseinheitliches Abitur ist auf Länderseite auch innerhalb der Union umstritten.

Merkel bekannte sich zur Einführung der neuen Bachelor- und Masterabschlüsse an deutschen Hochschulen. Nicht nachvollziehen könne sie die Distanz vieler Juristen zum Bachelor. Ein Jura-Studium, in dem man immer noch kaum eine Prüfung machen könne, ohne nebenher einen Repetitor aufzusuchen, halte sie für "nicht zukunftsfähig", sagte Merkel zu den Studenten. Union und SPD hatten in ihrem Koalitionsvertrag ausdrücklich festgelegt, dass beim Jura-Studium an der Studienstruktur nicht gerüttelt werden soll.

Zurückhaltend äußerte sich die Kanzlerin zur Forderung des RCDS, die Bildungsinvestitionen bis 2015 zu verdoppeln und die Ausgaben für Forschung und Entwicklung auf fünf Prozent des Brutto-Inlandsproduktes zu erhöhen. "Lassen Sie uns erst einmal das anspruchsvolle Ziel drei Prozent schaffen", sagte die Kanzlerin mit Blick auf die Lissabon-Erklärung der EU-Regierungschefs. Darin wird das Ziel gesetzt, Europa bis 2010 zu forschungsstärksten Region der Welt zu machen.

Neuer RCDS-Vorsitzende wurde der Berliner Volkswirtschafts-Doktorand Gottfried Ludewig (25). Er folgt Matthias Kutsch (Heidelberg). Vize wurde Steffen Liebendörfer (Halle), Schatzmeister Konstantin Zell (Ulm).

(dpa)



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