Von MARTIN OEHLEN, 02.03.08, 10:43h, aktualisiert 02.03.08, 10:45h
Den Triumpf der Vortragskunst demonstrierten dann die Schauspieler Maria Schrader und Joachim Król - ja, ihre Lesungen aus "Zeiten des Aufruhrs" und "Easter Parade" gehörten zum Besten, was man seit langem auf einer Lesung erleben konnte. Während Schrader mit feiner Modulation und dezenter Mimik eine Ehekrise plus Geschwister-Distanz beklemmend zum Leben erweckte, stemmte sich Krol immer heftiger und tiefer und brennender in einen Ehestreit hinein: Da zupfte er mit der Linken an seiner Jackettasche und deutete mit der Rechten an, wie es ist, wenn man ein Wasserglas umgestoßen hat. Das war: bannend.
Man kann es nicht anders sagen: Den Auftrag, das Herz für die Texte von Richard Yates zu wärmen, den angeblich so sehr Vergessenen, ist dem Trio gelungen. Die Eingangs-Bitte von Werner Köhler, einem der Verantwortlichen der lit.Cologne, den späteren Abend zu nutzen, um von Yates zu künden, werden nicht wenige im ausverkauften Schauspielhaus gefolgt sein. Es sind deprimierende Texte, "dem Scheitern abgerungen", wie es so schön hieß. Aber es sind Texte von einer Sensibilität, einer Genauigkeit und einer Glaubwürdigkeit, die sehr lesenswert sind.
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