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„Bild”-Zeitung blitzt bei Presserat ab

Erstellt 12.03.08, 17:31h, aktualisiert 12.03.08, 18:35h

Der Springer-Verlag kassiert erneut eine Schlappe gegen "Bildblog": Die Blog- Autoren dürfen weiterhin Beschwerden gegen das Boulevardblatt beim Presserat einreichen, entschied dieser. Ein von "Bild" monierter Missbrauch läge nicht vor.

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Bekommt das "Bildblog" einfach nicht klein: Der Axel Springer-Verlag, Herausgeber der "Bild"-Zeitung.
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Bekommt das "Bildblog" einfach nicht klein: Der Axel Springer-Verlag, Herausgeber der "Bild"-Zeitung.
Bonn/Berlin - Die Internetseite "Bildblog.de" darf sich weiter beim Deutschen Presserat über "Bild" beschweren. "Der Deutsche Presserat hat am Mittwoch mehrheitlich entschieden, dass ein Missbrauch des Beschwerderechts durch das 'Bildblog' nicht zu erkennen ist", sagte der neue Presserat-Sprecher Manfred Protze dem epd. Das Selbstkontrollgremium lehnte damit einen Antrag des Axel Springer Verlags ab, der "Bild" herausgibt. Die Betreiber von "Bildblog" haben die Vorwürfe zurückgewiesen.

Ein Sprecher des Springer-Verlags hatte "Bildblog" zuvor mit einem "Abmahnverein" verglichen und den Betreibern vorgeworfen, den Presserat für eigene kommerzielle Interessen zu instrumentalisieren. Protze warnte die Macher von "Bildblog" zugleich davor, "Leute zu suchen, die sich bei uns über die 'Bild'-Zeitung beschweren, wie es schon einmal zu lesen war". Sollte dies "kampagnenartige Formen" annehmen, könnte dies tatsächlich den Tatbestand des Missbrauchs erfüllen, so Protze. In einem "Bildblog"-Eintrag vom Januar 2007 heißt es: "Wir suchen übrigens noch Leute, die sich bei Bedarf beim Presserat über 'Bild' beschweren."

Bildblogger erleichtert

Mitbetreiber Stefan Niggemeier wies den Vorwurf zurück, dabei könne es sich um Missbrauch handeln. "Damit wollten wir zeigen, dass der Presserat im Zweifelsfall nicht verhindern könnte, dass sich Menschen bei ihm beschweren", sagte er. "Der Vorwurf des Missbrauchs sollte für den Presserat ohnehin vom Inhalt der Beschwerde und nicht vom Beschwerdeführer abhängen", so Niggemeier.

Beim Weblog wurde die Entscheidung mit Erleichterung aufgenommen. "Es ist sehr erfreulich, dass sich der Presserat nicht von 'Bild' hat vorschreiben lassen, wer Beschwerden einreichen darf", sagte "Bildblog"-Betreiber Christoph Schultheis. Ein anderes Ergebnis wäre seiner Sicht "eine Katastrophe" gewesen.

Springer betonte, es handle sich um eine Entscheidung in drei Einzelfällen. Dies sei kein "Vorratsbeschluss für die Zukunft", sagte Tobias Fröhlich, Sprecher der "Bild"-Gruppe. "Wir nehmen die Entscheidung des Presserates zur Kenntnis, sind aber weiterhin der Meinung, dass eine kampagnenartige oder gewerbliche Inanspruchnahme des Presserats missbräuchlich ist", sagte Fröhlich.

Bereits zwölf Presserats-Beschwerden

"Bildblog" begleitet die Arbeit der größten Boulevardzeitung in Europa seit dreieinhalb Jahren und dokumentiert Fehlentwicklungen auf der gleichnamigen Internetseite. "Bildblog" wurde von mehreren Medienjournalisten zunächst als Hobby gegründet. Inzwischen trägt die Internetseite erheblich zum Einkommen der beiden Hauptbetreiber Stefan Niggemeier und Christoph Schultheis bei. Sie haben dafür das Kleinunternehmen B-Blog gegründet, das zunächst von Spenden lebte, inzwischen aber auch Werbung auf der eigenen Seite verkauft.

"Bildblog" hat seit Bestehen insgesamt zwölf Beschwerden beim Deutschen Presserat eingereicht. Dieser spricht bei nachgewiesenen Missständen öffentliche Rügen aus. Dies hat das Gremium aber bei keiner der bisher neun bearbeiteten Beschwerden von "Bildblog" getan.

www.bildblog.de

(epd/ddp)



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