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Prognose: Auswärtssieg

Von Tobias Kaufmann, 17.03.08, 11:49h, aktualisiert 17.03.08, 16:24h

Vor dem Spiel in Freiburg und nach der "Wutrede" von FC-Trainer Christoph Daum: Tobias Kaufmann hat alles in seinen Ergebnisberechnungsrechner eingegeben und kommt zu einem erstaunlichen Ergebnis.

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Kaufmann (l.) und Kaufmann
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Kaufmann (l.) und Kaufmann
Er hätte sich nicht widersprechen lassen sollen. Christoph Daums so genannte Wutrede gegen seinen Präsidenten und die „Journaille“ hätte eine Art Trapattoni-Remake werden können, das man sich auch Jahre später noch ansieht. Aber anders als der verzweifelte Italiener, den man am liebsten nach seinem Wutausbruch mal in den Arm genommen hätte, hinterließ Daum am Freitag eher Befremden. Nicht, weil der Inhalt seiner Ansprache so befremdlich gewesen wäre (das war er zum Teil auch), sondern vor allem, weil der FC-Trainer seinen Abgang verpasste. Und damit verpatzte. „Trap“ sagte „Ich habe fertig“ - und ging.

Daum aber blieb sitzen, stellte sich Fragen und Kritik der von ihm beschimpften Kollegen – und räumte eine ganze Menge von dem, was er gesagt hatte, wieder beiseite. Das kann man ihm als Wankelmut und Wirrnis auslegen, aber auch als positiv zu bewertende Bereitschaft zum Dialog. Ich finde, von beidem ist was dabei. Seine Kritik an der Presse war überzogen, seine Kritik am Präsidenten vollkommen korrekt. Wolfgang Overath war im Vollbesitz seiner Kräfte, als er Daum den Verein zu Füßen legte. Dass das riskant sein könnte, war von Anfang an klar – ich zum Beispiel habe es befürchtet, obwohl ich mich bis heute als Daum-Jünger bekenne. Christoph Daum ist mein FC-Trainer, er war es immer und er wird es bleiben. Selbst wenn er auf seiner zweiten FC-Station total versagen sollte.

Außerdem vergisst Overath in seinem Populismus, darauf hinzuweisen, dass der FC von diesem sagenhaften Vertrag genauso profitiert. Der Verein kann Daum im Versagensfall kündigen, ohne eine Abfindung zahlen zu müssen. Insofern ist die Lage weit eindeutiger, als es dargestellt wird.

Und drittens war das Spiel gegen Koblenz nicht so schlecht, wie manche es machen. Ja, die erste Halbzeit war furchtbar. Aber die zweite war gut. Koblenz hatte eine einzige echte Chance, der FC hatte drei, vier wirklich gute – und zum Teil waren sie sogar rausgespielt. Wenn Novagol in der 86. Minute den Innenpfostenabpraller von Antar nicht aus zwei Metern neben das Tor haut, dann steht am Ende ein ungefährdeter Sieg in der Statistik.

Sowas wird man auch in Köln, wo Trainer manchmal sogar nach Siegen gefeuert werden, weil sie zum Chic des Klubs nicht passen (Friedhelm Funkel), ja wohl mal registrieren können. Die Lachbacher Borussia hat den Arsch am Sonntag mit Ach und Krach über die Latte aus St. Pauli gehoben, Fürth hat zu Hause gegen Koblenz verloren, Mainz hat bei 1860 1:1 gespielt, Hoffenheim hat sich erst zu einem 1:0 gegen Paderborn und dann zu einem 1:0 gegen Aue gequält.

Richtig, das sind alles Provinzklubs, die sind alle nicht der FC und die haben alle mindestens einen Punkt mehr als der FC in der Tabelle. Aber man muss sich hier in Köln auch mal entscheiden. Entweder, wir machen den großen FC und spielen dann auch so. Oder wir akzeptieren die Realität.

Aber die Mischung, dass von Träumern wie Overath verlangt wird, sie sollten die Realität akzeptieren und gleichzeitig allen, die ein 1:0 gegen Koblenz für momentan ganz ordentlich halten, vorgehalten wird, dass wir doch bitteschön der FC sind und ein 1:0 gegen Koblenz ja wohl nicht der Anspruch sein kann – diese Mischung geht nicht. Und diese Mischung ist, da hat Daum völlig recht, „die Scheiße in Köln“.

Eine Kult-Wutrede wird der Ausbruch aus den beschriebenen Gründen trotzdem nicht. Es sei denn, es kommt ein Sieg in Freiburg dabei raus, der wiederum der Beginn einer Serie ist, die am Ende zum Aufstieg führt. Dann wird es einmal heißen, der Ausbruch von Daum hat damals, im März 2008, die Mannschaft wachgerüttelt und zum Ziel geführt. Ich bin gerne bereit, mich wenige Stunden vor dem Anpfiff im Breisgau als unverbesserlich zu outen und zu bekennen: Ja, ich wäre unfassbar glücklich, wenn es genau so laufen würde. Unsere Bilanz in Freiburg in den vergangenen Jahren mag zwar furchtbar sein, aber sie enthält ein wunderbares Detail.

Am 24.8.1996 gewann der 1. FC Köln 3:1 beim SC Freiburg und kletterte in der Tabelle der 1. Bundesliga auf Platz 2. Trainer damals war Peter Neururer, dem heutigen FC-Trainer Daum in inniger Abneigung verbunden. Wenn man all das in meinen persönlichen Ergebnisvorberechnungsrechner eingibt, kommt, kleinen Moment bitte, folgendes heraus. Piep, piep. 17.3.08, SC Freiburg – 1. FC Köln, 0:3. Na bitte.



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