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China empört über Boykott-Diskussion

Von Oliver Görz, 24.03.08, 11:02h, aktualisiert 25.03.08, 13:33h

Die Diskussion über einen Olympia-Boykott angesichts des gewaltsamen chinesischen Vorgehens gegen demonstrierende Tibeter gehen weiter. China fühlt sich unfair behandelt und verurteilt die Proteste während der Fackel-Entzündung.

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Ein Demonstrant wird von einem Polizisten beiseitegedrängt.
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Ein Demonstrant wird von einem Polizisten beiseitegedrängt.
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Eine Griechin entzündet die Fackel.
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Olympia/Peking - China hat Überlegungen innerhalb der Europäischen Union über einen möglichen Boykott der Olympischen Spiele scharf kritisiert. "Wir lehnen es entschieden ab, wenn Länder oder Personen die Spiele politisieren oder mit anderen Dingen verknüpfen", sagte der Sprecher des Außenministeriums, Qin Gang, am Dienstag vor der Presse in Peking. "Das verletzt den Olympischen Geist und ist unfair gegenüber China." Es sei auch ungerecht gegenüber allen Sportlern in der Welt. "Die chinesische Regierung hofft, dass die betreffenden Gremien eine verantwortliche Haltung einnehmen."

China verurteilte gleichzeitig die Proteste von Menschenrechtlern anlässlich der Entzündung des Olympischen Feuers als "schändlich". "Nicht China, sondern diese Elemente des Chaos und der Sabotage sollten sich schämen", sagte der Sprecher des Außenministeriums

LESERKOMMENTARE: Pro und Contra Boykott

Begleitet von Protesten gegen das Ausrichterland China war am Ostermontag das Olympische Feuer im Heiligen Hain des antiken Olympia in Griechenland entzündet worden. Im Beisein von IOC-Präsident Jacques Rogge entfachte die griechische Schauspielerin Maria Nafpliotou 137 Tage vor Beginn der Sommerspiele in Peking (8. bis 24. August) die Flamme traditionell mit einem Hohlspiegel.

Trotz großer Sicherheitsvorkehrungen sorgten drei Demonstranten für einen Eklat. Das Trio sprang mitten in der Rede von Pekings Olympia-OK-Chef Liu Qi auf und stürmte mit Bannern auf den Chinesen zu. Auf ihren Spruchbändern standen die Olympischen Ringe in Flammen und es war der Satz zu lesen: "Boykottiert das Land, das die Menschenrechte mit Füßen tritt". Sicherheitskräfte überwältigen die Drei. Der übertragende griechische TV-Sender machte sofort einen Schnitt und blendete andere Bilder ein.

UMFRAGE: Olympia boykottieren?

Die Menschenrechtsgruppe Reporter ohne Grenzen erklärte, bei den Demonstranten habe es sich um Mitglieder ihrer Organisation gehandelt. Chinesische Medien erwähnten den Vorfall in ihrer Berichterstattung über die Zeremonie nicht.

Er hoffe, das Feuer werde in den kommenden Wochen "überall und von jedem als Symbol des Friedens angesehen", sagte Rogge in seiner Rede und rief China indirekt auf, das Blutvergießen in seiner krisengeschüttelten autonomen Region Tibet zu beenden: "Der Fackellauf und die Spiele müssen unter einem friedfertigen Geist stehen." Die Spiele in Peking seien die Chance für die Menschen in China und der Welt, einander zu begegnen, sich kennenzulernen und zu respektieren. Im Vorfeld hatte Rogge gesagt, er sehe derzeit keine Anzeichen für eine "Boykottbewegung".

Das Feuer wird bis zum 30. März durch Griechenland getragen, ehe die Übergabe an die chinesischen Olympia-Organisatoren erfolgt. Am 31. März kommt die Flamme in Peking an und startet dann unter dem Motto "Entfache die Leidenschaft, teile den Traum" zu ihrer "Reise der Harmonie" über fünf Kontinente, durch 20 Länder und ab 4. Mai durch alle chinesischen Provinzen, darunter auch Tibet. Mit 137.000 km wird es der längste Fackellauf der Geschichte. Der Weg einer zweiten Fackel führt auf den Mount Everest, mit 8850 m der höchste Berg der Welt. Deutschland liegt nicht auf der Route. Insgesamt sind 21.880 Fackelträger vorgesehen.

ksta.tv: Demonstranten stören Olympia-Zeremonie

Zahlreiche Tibet-Aktivisten haben Störaktionen für den Lauf angekündigt. Sie verlangen angesichts der blutig niedergeschlagenen Proteste in ihrer Heimat, dass das Feuer nicht wie geplant im Mai über Tibet auf den Mount Everest und vom 19. bis 21. Juni durch die tibetischen Städte Shannan Diqu und Lhasa gebracht wird. Dafür gab es auch außerhalb der 3-km-Sicherheitszone im antiken Olympia friedliche Demonstrationen.

Bereits am Montag trugen drei deutsche Sportler die Flamme jeweils 200 m weit. Hockey-Olympiasiegerin Nadine Ernsting-Krienke, der Wolfsburger Fußball-Trainer Felix Magath und der frühere Formel-1-Pilot Hans-Joachim Stuck hielten die Fackel auf ihrem Weg durch Griechenland in den Händen. Erster Fackelträger war Alexandros Nikolaidis, Griechenlands Taekwondo-Silbermedaillengewinner von 2004, der zweite Chinas Luo Xuejuan, Schwimm-Olympiasiegerin von Athen.

Am Tag vor der Entzündungszeremonie hatte Ernsting-Krienke im antiken Olympia den letzten von 2008 Bäumen gepflanzt. Die von Fackellauf-Sponsor Volkswagen initiierte Aktion soll helfen, die von verheerenden Waldbränden im vergangenen Sommer heimgesuchte Region wieder aufzuforsten. (dpa,sid,rtr)



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