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Scheppernde Musik und wütender Protest

Von ULI KREIKEBAUM, 30.03.08, 20:10h

Brühl - Rund 150 Demonstranten sind am Freitagabend durch Brühl gezogen, um gegen rechtsextreme Umtriebe in der Region zu protestieren. Bei der Demonstration blieb es friedlich.

BILD: BEISSEL
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Mit Transparenten zogen die Demonstranten durch Brühl.
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Mit Transparenten zogen die Demonstranten durch Brühl.
Brühl - Im Nachhinein, sagte ein Demonstrant, könne man Brühls Bürgermeister Michael Kreuzberg dankbar sein, den Organisatoren der „Kampagne gegen autonome Nationalisten“ städtische Räume verweigert zu haben. „So sind viel mehr Menschen auf uns aufmerksam geworden.“ Womit der junge Mann, der nicht genannt werden wollte („Wegen der Nazis. Nennen Sie mich Peter“), Recht hat: Der Tross samt Klein-Lkw und Musikanlage, der am Freitagabend, begleitet von einem beachtlichen Polizeiaufgebot, durch die Innenstadt zog, erinnerte in seiner ohrenbetäubenden Wirkung an eine Technoparade. Scheppernde Musik und wütende Protestrufe zogen viele Anwohner an Fenster und Haustüren. Die Fragezeichen in den Mienen verschwanden, sobald die Aktivisten Flugblätter und Hefte verteilten, in denen vor den Umtrieben der „autonomen Nationalisten“ und der „Aktionsgruppe Rheinland“ gewarnt wird.

Zu der Demonstration aufgerufen hatten linke Gruppen, darunter die Antifa. Wie üblich, wenn sehr links gegen extrem rechts protestiert (und umgekehrt), war das gegnerische Lager vor Ort - und die Polizei, die mit Teilen einer Hundertschaft und Kräften aus dem Kreis angerückt war - in Alarmbereitschaft. Im Vorfeld und während der Veranstaltung wurden gegen 26 potenzielle Störer Platzverweise ausgesprochen. Drei Personen, mutmaßlich aus dem rechten Spektrum, wurden in Gewahrsam genommen. Sie waren den Platzverweisen nicht nachgekommen. Eine Person wurde vorübergehend festgenommen, weil sie einen Schlagstock bei sich hatte.

Zu gravierenden Zusammenstößen, wie vom Einheizer auf dem Lkw immer wieder heraufbeschworen („Sammelt euch nach der Demo in Gruppen, um den Nazis eine passende Antwort geben zu können.“ „Wenn es zu Zusammenstößen mit der Polizei kommt, könnt ihr eine Hotline wählen, wir helfen euch.“), kam es nicht. Mit wütenden („Für die Freiheit, für das Leben, Nazis von der Straße fegen“), mitunter merkwürdigen („Nie wieder Deutschland“) und linksradikalen („Nieder mit Faschismus, für den Kommunismus“) Parolen zogen die jungen Menschen durch Brühl.

Als der Einheizer verkündete, dass „ein einsamer Nazi“ dem Zug folgt, wurde der Mann von einer Traube umringt und mit einer Schimpftirade belegt, bis er sich trollte. An Gedenkstätten wie jener für die jüdischen Opfer des Nationalsozialismus zogen die Demonstranten vorbei. Für den 8. Mai planen die Veranstalter eine Protestveranstaltung in Pulheim.



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