Von HERIBERT RÖSGEN, 31.03.08, 19:39h
Doch brauchen die freiwilligen Helfer weder nachts anzurücken, noch müssen sie Bart und Zipfelmütze tragen, wenn heute auf dem Lenauplatz in Ehrenfeld der erste kostenlose „Schlagloch-Workshop“ des Amts für Straßen und Verkehrstechnik startet. Dabei will die Stadt den Bürgern zeigen, wie kleinere Schäden im Asphalt fachmännisch geflickt werden. „Der Platz ist geradezu ideal, denn hier kann fast die gesamte Platzfläche als Übungsterrain genutzt werden, so schadhaft wie die ist“, erklärt Carsten Steinbüchel vom Amt für Straßen und Verkehrstechnik.
Das Problem in Köln liege einfach in der Masse der Schäden. Zwar habe die Stadt im vergangenen Jahr schon fast die Hälfte der Löcher beseitigen können (siehe Infokasten), doch selbst in den warmen Wintermonaten seien wieder neue hinzugekommen. „Toll wäre es, wenn sich so etwas wie Schlagloch-Paten finden würden. Wir vertrauen da auf die überaus positiven Erfahrungen, die wir mit unseren Spielplatz- und Baumpaten gemacht haben“, sagt Steinbüchel. „Das Problem hat ja praktisch jeder vor der Haustür“, so Steinbüchel weiter. Dabei seien einzelne Schadstellen meist ohne großen Aufwand „schnell beigespachtelt, wie man in Köln sagt“, meint Steinbüchel schmunzelnd. Und kosten tut's auch nicht die Welt. Schon für 250 Euro lässt sich ein kleineres Loch im Asphalt stopfen. „Das Material stellen wir natürlich.“
Im Technischen Rathaus ist man guter Dinge, mit Hilfe der „Heinzelmännchen-Bürgergarde“ bis Ende des Jahres alle Straßenschäden behoben zu haben. Nach dem rund zweistündigen Kursus sollen die Absolventen in der Lage sein, Löcher und Risse von bis zu fünf Zentimetern Tiefe und einem Quadratmeter Größe auf Straße oder Bürgersteig perfekt zu reparieren. „Bei größeren Schäden müssen natürlich weiterhin unsere Fachleute ran - schon allein wegen unserer Verkehrssicherheitspflicht“, schränkt Carsten Steinbüchel ein. Und natürlich lernen die Kursteilnehmer auch, wie man eine Baustelle fachmännisch sichert.
„Teer kochen“ müssen sie übrigens nicht. „Die Verarbeitung von Teer ist in den alten Bundesländern schon seit 1984 und in den neuen seit Anfang der 1990er Jahre verboten“, erklärt Ralf Eimermacher, einer der Kursleiter. Teer ist krebserregend. Nur Laien sprechen noch von „Teeren“, wenn beim Straßenbau eine „bituminöse Schicht aufgebracht wird“, wie es im Fachjargon heißt. Bei kleineren Reparaturen hat sich indes „Kaltmischgut“ bewährt. Es kann sogar bei minus fünf Grad verarbeitet werden, härtet schnell aus, so dass die Baustelle schnell wieder geräumt werden kann.
Begeistert von der Vorstellung einer kölschen „Heinzelmännchen-Renaissance“ ist Oberbürgermeister Fritz Schramma: „Wie wir alle durch die Erzählung von August Kopisch wissen, haben die Jungs damals einen wirklich guten Job gemacht. Das Beste daran war natürlich, dass dies ehrenamtlich geschah“, schmunzelt der OB.
| JETZT BESTELLEN! 4 Wochen Kölner Stadt-Anzeiger zum Vorzugspreis. Sie sparen mehr als 35%. |
|
Anzeige
22. April 2012,
E-Werk Köln
![]() |
Mahjongg Fortuna » 2337 Spieler |
![]() |
Zuma » 1507 Spieler |
![]() |
Bookworm » 1263 Spieler |
![]() |
Bubble Shooter » 1034 Spieler |
![]() |
Bejeweled 2 » 956 Spieler |