Von CLAUDIA KÖNSGEN, 07.04.08, 18:53h
Vor einer überschaubaren Zahl anwesender Musikfreunde absolvierten die Musiker von „Fell asleep“ ihren energiegeladenen Auftritt. Zwischen harten Gitarrenriffs von der Vier- und Sechssaiterfraktion gepaart mit aggressiven Schrei-Passagen oder - im Kontrast dazu - atmosphärischen Melodien samt harmonischem Gesang fühlten sich die Fünf musikalisch pudelwohl. Das zeigten sie auch in Much: Den freien Raum vor der Bühne nutzte die Band, um bei ihrem Screamo-Pop ordentlich abzugehen.
Etwas weniger aggressiv ging es bei der Performance von „Nahtlos“ aus Düsseldorf zu. Freunde von groovigen Rockballaden durften bei Nummern wie „Nichts“ und „Frei“ aufatmen. Christian von Bennigsen, seines Zeichens „Nahtlos“-Sänger, berührte mit seiner klaren, kräftigen Stimme die Zuhörer und hinterließ ein gutes Gefühl des Aufgewühlt-Seins. Seit drei Jahren feilt die fünfköpfige Band an ihrem Sound, der beeinflusst ist von Gruppen wie „Silbermond“ und „Revolverheld“. Dass sie sich aber von ihren Vorbildern abheben, demonstrierten sie dem Mucher Publikum.
Eine rockige Charme-Offensive im Kampf gegen Vorurteile in Sachen Girlie-Bands legten die vier Antizicken der „Starlettes“ hin. Nach den ersten Songs stand bereits fest: Lässige Rockerposen - wie etwa Gitarrespielen auf dem Rücken liegend - beherrschen die Mädels aus dem Effeff. Tussi-Gehabe dagegen ist ihnen ein Graus. Das gab die gitarrenspielende Leadsängerin Meike Bellok (27) in dem Song „Meisterhaftes Kunstwerk“ den Zuhörern unmissverständlich zu verstehen. Das brachte den Mädels aus Dormagen offenbar gehörigen Respekt ein. Nur so ließ sich erklären, warum sich niemand direkt an die Bühne herantraute. Erst als Schlagzeugerin Maike Herrmann (24) die langsam wachsende Publikumsmenge aufforderte, „die Schamesgrenze von einem Meter zu überwinden“, wurde es direkt vor der Bühne gemütlicher.
Das war die richtige Stimmung für eine Ballade, bei der die warme Stimme der Sängerin die Rockfreunde im Publikum weich werden ließ. Aber auch härtere Klänge entlockten Anja Ziolkowski (24) am Bass und Gitarristin Frauke Herrmann (27) ihren Instrumenten. Bei schnelleren Stücken wie „Konsum“ spielten sich die Musikerinnen die Finger wund, rissen die Zuhörer mit und regten mit den Geschichten, die sie in ihren Liedern mit durchaus kritischem Unterton erzählen, zum Nachdenken an. Für die „Starlettes“ war der Auftritt nicht nur ein Erfolg, sondern „hat auch Spaß gemacht“, resümierte Sängerin Meike Bellok.
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