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Überwachung bei Bühnen der Stadt

Von HELMUT FRANGENBERG, 09.04.08, 20:11h

Nach der Entdeckung von Kameras in Rauchmeldern warnt die Gewerkschaft vor Spionage, die Bühnen sprechen vom „Sturm im Wasserglas“ und weisen die Kritik zurück. Die Kameras seien nie in Betrieb gewesen.

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Mitarbeiter des Köner Schauspielhauses entdeckten Kameras.
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Mitarbeiter des Köner Schauspielhauses entdeckten Kameras.
Nach der Entdeckung von Kameras warnt die Gewerkschaft vor Spionage, die Bühnen sprechen vom „Sturm im Wasserglas“.

Mitarbeiter des Schauspielhauses haben im Ankleidebereich als Rauchmelder getarnte Kameras entdeckt. Nach Angaben der Gewerkschaft „verdi“ soll die Leitung der städtischen Bühnen auf diese Weise ihre Mitarbeiter überwachen wollen. „Diese illegale Maßnahme ist ein Verstoß gegen bestehendes Recht und stellt einen eklatanten Vertrauensbruch der Verwaltung zu den Beschäftigten dar“, sagte Gewerkschaftssekretär Martin Nees. „Lidl ist überall.“

Die Leitung der Bühnen hat die Kritik der Arbeitnehmervertreter zurückgewiesen. Die Kameras seien nicht in Betrieb gewesen und wären nur nach Einschaltung des Personalrates zum Einsatz gekommen, so Geschäftsführer Peter Raddatz. Die Aufregung sei ein „Sturm im Wasserglas“. Raddatz räumt ein, dass Haustechniker zwei Kameras installiert hätten. Sie hätten den Auftrag gehabt zu prüfen, ob man auf diese Weise einen Beitrag zur Aufklärung und Vermeidung von Diebstählen leisten könne. „Sie sollten schauen, ob es funktioniert.“ Dass die Kameras hängen, habe er erst gestern erfahren.

Hintergrund der Aktion sind nach Angaben des Schauspielhauses mehrere Diebstähle in der vergangenen Spielzeit im Bereich der Künstlergarderobe. Während der Aufführungen seien Mitarbeiter bestohlen worden. Mit verstärkten Eingangskontrollen, Abschließen der Türen und Aufforderungen an die Mitarbeiter, keine Wertsachen liegenzulassen, habe man dem Problem nicht beikommen können. Deshalb sollte geprüft werden, ob in dem betroffenen Bereich eine Kameraüberwachung möglich wäre. „Es ging nicht darum, jemanden zu überwachen, sondern darum, unsere Mitarbeiter zu schützen“, sagt Günther. Sie hätten gefordert, dass „etwas passiert“. Der Datenschutzbeauftragte der Stadt habe die Kameras mit dem Hinweis genehmigt, dass der örtliche Personalrat einzuschalten sei. Das wäre auch geschehen, wenn die Kameras zum Einsatz gekommen wären, beteuert Raddatz. Weil aber die Diebstähle aufgehört haben, sei die Maßnahme nicht mehr nötig.

Verdi ist misstrauisch: „Die Mitbestimmungsrechte des Personalrates wurden umgangen“, heißt es in einem Informationsblatt, das an die Beschäftigten der Bühnen verteilt wurde. Die Kollegen werden aufgefordert, sich ihre Arbeitsumgebung genau anzusehen. „Gibt es bauliche Veränderungen? Wurden abschließbare Schränke und Schubladen installiert, zu denen es keinen Zugang gibt?“, so das Flugblatt weiter. „In dieser Republik scheinen inzwischen Beschäftigte flächendeckend ausspioniert zu werden.“



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