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Armes Holland

Von Helmutz Hetzel, 18.04.08, 20:10h, aktualisiert 18.04.08, 23:30h

Früher galt die holländische Tomate unter Spöttern als die vornehmste Art, schnittfestes Wasser zu konsumieren. Was die Forscher der Agrar-Universität Wageningen jetzt herausgefunden haben, ist aber nicht mehr witzig.

Früher galt die holländische Tomate unter Spöttern als die vornehmste Art, schnittfestes Wasser zu konsumieren. Was die Forscher der Agrar-Universität Wageningen jetzt herausgefunden haben, ist aber nicht mehr witzig. Im holländischen Gemüse sinkt der Vitamin-C-Gehalt drastisch. Der Chicorée, der auf niederländischem Boden wächst, ist schon ein Placebo. Sein Vitamin-C-Gehalt: null. Null Komma null. Da sage noch einer, Leute esst Gemüse, dann bleibt ihr gesund.

Begründet wird der Niedergang des Vitamingehalts im holländischen Gemüse damit, dass der Boden des Agrar- und Tulpenlandes „völlig ausgelaugt“ ist und kaum mehr Mineralien beinhaltet. Das gilt gerade für viele Gewächshäuser, wo nur noch künstliche Nährlaugen die Gewächse hochpäppeln. Aber wer so viel Raubbau mit seinem Land und eine völlig industrialisierte intensive Agrar-Industrie betreibt, der darf sich nicht wundern.

Nur: Die meisten Niederländer regen sich über solche Hiobsbotschaften kaum mehr auf. Im Land der Händler und Agro-Ingenieure zählt nur eins: Hauptsache billig. Ob gut, geschmacklich echt oder gar nahrhaft, das ist zweitrangig.

Dieses Dilemma spiegelt sich zum Beispiel auch im Service und der Qualität vieler Restaurants wider. Was dort angeboten wird, ist meist nicht nur total überteuert, sondern auch von fragwürdiger Qualität. In kulinarischer Hinsicht gilt: armes Holland.



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