Von INGA BEISSWÄNGER, 22.04.08, 22:25h, aktualisiert 09.05.08, 21:22h
Köln -„Die Arbeit mit den jugendlichen Straftätern beginnt bereits vor der Entlassung“, erklärt Inge Meinhardt vom Sozialdienst Katholischer Frauen (SKF). In der Justizvollzugsanstalt Ossendorf betreuen sie und ihre Kolleginnen vor allem junge Frauen. Bei einer Diskussion im Rahmen der Ausstellung „Menschen statt Mauern“ in der Volkshochschule Mülheim gaben sie Einblick in ihre Arbeit.
Zur Vorbereitung auf das Leben in Freiheit können die Jugendlichen in der Haft auch eine Ausbildung oder ein berufsvorbereitendes Jahr absolvieren. Gibt es Konflikte, weil die Azubis lieber länger schlafen als rechtzeitig zur Arbeit zu erscheinen, vermittelt der SKF. „Wichtig ist, dass die Jugendlichen durchhalten. Dazu versuchen wir zu motivieren.“ Doch oft fehlen Zeit, Mittel und Personal.
Dabei sollen nicht nur berufliche Chancen verbessert werden. Brenzlig ist es oft auch im persönlichen Umfeld. Nicht einfach ist, wenn die jungen Frauen Gewalt in ihrer Beziehung erlebt haben - selbst, wenn sie sich im Gefängnis von ihrem Freund distanzieren. „Wieder in Freiheit haben sie die schlechten Erfahrungen schnell vergessen.“
Auch die familiäre Situation ist oft angespannt. In persönlichen Gesprächen versucht der SKF, zwischen den Strafgefangenen und den Eltern zu vermitteln. Denn vor der Entlassung muss geklärt sein, ob eine Rückkehr in das Elternhaus möglich ist oder eine andere Bleibe gefunden werden muss.
Die jungen Frauen in der JVA Ossendorf sollen zur Selbständigkeit angeleitet werden. „Das ist nicht einfach im Gefängnis, wo sich die Insassen um nichts zu kümmern brauchen und alles vorgesetzt bekommen“, so Inge Meinhardt. „Doch mit einer klaren Tagesstruktur und zahlreichen Freizeitangeboten fordern und fördern wir die Jugendlichen, wo es geht, und gewöhnen sie an das Leben draußen.“
Auf die Frage aus dem Publikum, was sich nach den finanziellen Kürzungen des Landes einerseits und dem sogenannten Foltermord in Siegburg andererseits für die Arbeit mit den Gefangenen geändert hat, hatten die drei Expertinnen nichts Positives zu berichten. „Es gibt zwar mehr Kontrollen, aber nicht mehr Hilfe für die jugendlichen Straftäter“, kritisiert Gisela Strauß vom Kölner Jugendamt. „Außerdem sind nicht mehr Stellen geschaffen worden, sondern nur Betreuer von den Erwachsenen abgezogen worden.“
„Bei der Bewährungshilfe gibt es Überlegungen, ehrenamtliche Helfer für die Freizeitbetreuung einzusetzen, zum Beispiel für unsere Kochkurse“, berichtete Susanne Lutzius. Der SKF könne schon heute nicht auf seine Ehrenamtler verzichten, erklärte Inge Meinhardt. „Die Gefangenen haben den gesetzlichen Anspruch, zweimal wöchentlich Sport treiben zu können. Ohne freiwillige Helfer wäre dies gar nicht möglich.“ Auch andere Freizeitangebote oder Nachhilfe seien anders nicht durchführbar.
| JETZT BESTELLEN! 4 Wochen Kölner Stadt-Anzeiger zum Vorzugspreis. Sie sparen mehr als 35%. |
|
Hedwig Neven DuMont
Viele Kinder leiden unter Depressionen, Lernbehinderungen und Krankheit. Manche werden als „sozial gestört“ abgestempelt. Sie alle brauchen unsere Hilfe. Hilfe, um aus ihrem dunklen seelischen Loch herauszukommen. Hilfe durch gesunde Freizeitangebote und das Teilhaben an Sport und anderem mehr.
Diese Kinder müssen wir an die Hand nehmen und ihnen eine Chance geben, körperlich und seelisch zu gesunden. Unser Thema bis Oktober 2012 lautet deshalb: „wir helfen – um alle Kinder hier an die Hand zu nehmen.“

Testen Sie das ADHS-Risiko Ihres Kindes!
Lizzy Net - Internet für Mädchen
Sozialdienst Katholischer Frauen
Sozialdienst Katholischer Männer
Kidkit - Für Kinder süchtiger Eltern
Netkids - Gegen Kinderpornografie im Netz
Diakonie Michaelshoven - Kinder-, Jugend- und Behindertenhilfe