Erstellt 23.04.08, 18:44h
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat zum „Welttag des Buches“ eine angemessene Honorierung von Autoren und Künstlern gefordert. „Gerade wir als Kulturnation haben eine besondere Verpflichtung gegenüber denjenigen, die unser Leben Tag für Tag mit ihrer Musik, mit ihren Büchern, mit ihren Bildern und Fotografien und vielem mehr bereichern“, sagte Merkel gestern. Die deutsche Buchbranche warb am Mittwoch mit Marathonlesungen und prominenten Vorlesern für das Medium Buch. Am „Tag des Buches und des Urheberrechts“ registrierte der Börsenverein des Deutschen Buchhandels (Frankfurt / Main) rund 1.500 Veranstaltungen in 300 Städten, die sich vor allem an Kinder und Jugendliche richteten. Die Unesco hat den „Welttag“ 1995 ins Leben gerufen.
Merkel erinnerte daran, dass am Samstag auch der Welttag des geistigen Eigentums sei. „Beide Tage sollen uns bewusst machen, dass Komponisten, Musiker, Autoren, Schauspieler und bildende Künstler ein Recht darauf haben, dass wir ihre Leistungen honorieren und nicht so tun, als seien ihre Werke kostenlos zu haben“, sagte die Kanzlerin. Durch die Reform des Urheberrechts, die Anfang dieses Jahres in Kraft getreten ist, sei in Deutschland ein wichtiger Schritt zum besseren Schutz des geistigen Eigentums getan worden: „Wir haben damit unter anderem klargestellt, welche Kopien für den privaten Gebrauch legal sind und welche nicht.“
Für faire VerlageAutorenverbände aus Deutschland, Österreich und der Schweiz kritisierten gestern „Selbstzahlerverlage“. Junge und unerfahrene Autoren müssten bis zu fünfstellige Eurobeiträge für Veröffentlichungen in solchen Verlagen zahlen, kritisierte in Köln das „Aktionsbündnis für faire Verlage“, zu dem sich 22 Verbände zusammengeschlossen haben. Zu den Unterzeichnern gehört unter anderem der Verband Deutscher Schriftsteller (VS) in der Gewerkschaft Verdi.
VS-Sprecher Wolfgang Schimmel sprach von „windigen Geschäftspraktiken“. Die Autoren würden mit der Veröffentlichung ihres Buchs und einer angeblich professionellen Vermarktung gelockt. Tatsächlich seien aber weder die Auflagenhöhe des Buchs noch die Werbung garantiert. In den drei deutschsprachigen Ländern gibt es angeblich mehrere Dutzend „Selbstzahlerverlage“. (dpa)
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