Von ANNA-MARIA LIESE, 28.04.08, 11:04h
Die Schüler der fünften und sechsten Klasse des Gymnasiums Kreuzgasse bestätigen Röttger. Lange brauchen sie nicht, um herauszufinden, wer den ersten Satz, den das Minguet-Quartett ihnen vorspielt, geschrieben hat. Es reicht, was ihnen der Cellist Matthias Diener verrät: „Das erste Stück ist von einem toten Musiker“, beginnt er, da hallt es ihm schon „Mozart!“ entgegen. Mit Mozart sind die Schüler vertraut. Viele von ihnen spielen selbst ein Instrument und die Musik Mozarts ist ihnen schon begegnet.
Bei dem Jagdquartett von Jörg Widmann, das das Quartett den Schülern im Anschluss vorstellt, ist dies anders. Allein die Länge von 15 Minuten, in denen sie ruhig sitzen sollen, verlangt ihnen viel ab. Aber der Hörauftrag, den das Quartett ihnen gegeben hat, beschäftigt sie doch. Der letzte Takt ist noch nicht verklungen, da schnellen die Hände in die Höhe. „Ihr habt gezupft“, ruft ein Schüler aus der 5b. „Gehen die Instrumente dabei nicht kaputt?“ sorgt sich ein anderer.
Fragen wie diese sind es, die die Musiker beantworten wollen. Ganz nebenbei lernen die Schüler, dass „das Zupfen“ in der Fachsprache „Pizzicato“ heißt. Und das quäkende Geräusch, das eine Saite von sich gibt, wenn der Spieler sie unterhalb des Stegs streicht, ist nach der englischen Ente „duck sound“ benannt. Wie lange die Musiker üben müssen, wollen die Schüler wissen. Und warum sie angefangen hätten, ihr Instrument zu spielen. Dass die Musiker freiwillig rund fünf Stunden am Tag spielen, können die Schüler nicht nachvollziehen. Dass es der Wunsch der Eltern war, ein Instrument zu spielen, hingegen schon.
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