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Vier Reifen, fünf Ringe

Von CLAUDIA HAUSER, 28.04.08, 21:10h

Der ehemalige Olympionike Yalcin Özer begibt sich gut ausgerüstet auf eine 20000-Kilometer-Reise nach Peking. Der ehemalige Sportlehrer aus Bergisch Gladbach bereitet sich auf die längste Motorradfahrt seines Lebens vor.

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Yalcin Özer startet mit einem Motorrad-Freund nach China. Er hat früher als Athlet selbst an Olympischen Spielen teilgenommen.
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Yalcin Özer startet mit einem Motorrad-Freund nach China. Er hat früher als Athlet selbst an Olympischen Spielen teilgenommen.
Er könnte sich an den Rhein setzen und die Beine baumeln lassen, er könnte den ganzen Tag in der Hängematte liegen oder mit seiner Frau in die Türkei ans Meer fliegen - Yalcin Özer ist schließlich seit sechs Monaten im Ruhestand. Doch der ehemalige Sportlehrer aus Bergisch Gladbach hat für all diese Dinge keine Zeit. Er bereitet sich auf die längste Motorradfahrt seines Lebens vor. Das bedeutet: Arztbesuche, das Beantragen der Visa-Papiere, Trainingseinheiten und Check-ups in der Werkstatt seines Vertrauens. „Am 1. Juni um 11 Uhr geht's los“, sagt der 66-Jährige und klopft auf den Tank seiner 1200er BMW. Dann verlässt Özer Köln vom Olympiamuseum aus in Richtung Peking, dem Austragungsort der Olympischen Sommerspiele.

Drei Monate hat er für die 20 000 Kilometer veranschlagt, sein Freund Tarik Eren (65) begleitet ihn. Sie knattern, geführt von Landkarten und einem Handy mit GPS-Funktion, durch Österreich, Ungarn, Rumänien, die Türkei, Kasachstan, Russland und die Mongolei nach China. Die Testfahrt liegt schon ein paar Jahre zurück: 2004 fuhr Özer mit seiner Maschine zu den Spielen nach Athen. „Das größte Problem ist das Gepäck“, sagt der Sportler, der 1960 selbst als Geräteturner für die Türkei an den Olympischen Spielen in Rom teilgenommen hat. 60 Kilogramm schnallt Özer in Kisten und Rucksäcken rund um sein Motorrad. „Vor allem die beiden Ersatzreifen nehmen viel Platz weg“, sagt er.

Drei Liter Öl gehören zu den unverzichtbaren Dingen - dann ein Zelt, ein paar Ersatzteile, ein Gaskocher, einige Konserven, eine Jacke und eine Jeans. „Unterwäsche kaufe ich unterwegs.“ Auch ein kleiner Nähkasten steckt im Gepäck und beinhaltet neben Nadel und Faden auch zwei Morphiumspritzen. „Für größere Wunden“, sagt Özer. „Ich hab das zwar noch nie gemacht, aber im Knöpfe-Annähen bin ich sehr gut.“

Die beiden wichtigsten Gepäckstücke bringen das geringste Gewicht auf die Waage: die Eintrittskarten für die Eröffnungsfeier der Spiele am 8. August in Peking. Die beiden Biker wollen dabei sein - ganz gemäß dem olympischen Gedanken. „Es geht um die Spiele, den Wettkampf, das Weltereignis“, sagt Özer in Anspielung auf die weltweiten Proteste. „Und nicht darum, was ein Regime daraus zu machen versucht.“



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