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Pendler belasten die Umwelt

Erstellt 11.04.08, 20:01h

65 000 vorzeitige Todesfälle allein in Deutschland, so die Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation. Schuld daran: der Feinstaub. In Bonn werden die Werte noch nicht überschritten, dafür aber deutlich die der Stickstoffoxide.

Mehr als 280 000 vorzeitige Todesfälle in Europa, 65 000 davon allein in Deutschland, so die Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Schuld daran: der Feinstaub. Nachdem die Europäische Union (EU) 1999 eine Richtlinie herausgegeben hatte, müssen auch in Deutschland Maßnahmen ergriffen werden, die eine Verbesserung der Luftreinheit mit sich bringen. Eine dieser Maßnahmen ist die vieldiskutierte Umweltzone. Rote, gelbe und grüne Plaketten am Auto zeigen an, wo man fahren darf und wo nicht.

Doch wie sieht es mit Bonn aus, kommt auch hier bald eine Umweltzone? Mit dieser und anderen Fragen zur Luftreinheit beschäftigte sich daher die Sitzung der Kommunalpolitischen Vereinigung (KPV) Bonn der CDU. „In Bonn werden die Werte für Feinstaub noch nicht überschritten, dafür aber ganz deutlich die der Stickstoffoxide“, berichtete der Bonner Stadtdirektor Volker Kregel. Das zwinge auch zum Handeln, denn die Stickstoffoxide seien ebenfalls äußerst gesundheitsschädlich. Daher wird zur Zeit ein Luftreinhalteplan erstellt.

Maßnahmen

Die Ergebnisse lassen zwar noch auf sich warten, doch werden sie bis spätestens Juni diesen Jahres bekannt sein, sagte Franz-Willi Iven vom zuständigen Dezernat für Immissionsschutz der Bezirksregierung Köln. Welche Instrumente dann zu ergreifen seien, werde sich ab August entscheiden, so Iven weiter.

„Wegen der Belastungen müssen ganz deutliche Maßnahmen für die Luftreinheit ergriffen werden, die deutlich über die bisherigen hinausgehen“, forderte Kregel im Gespräch mit den Mitgliedern der KPV. Probleme würden unter anderem die knapp 80 000 Berufspendler machen. Diese müsse man verstärkt für Bus und Bahn gewinnen, da die Mehrheit immer noch mit dem eigenen PKW zur Arbeit fahre. In diesem Zusammenhang sprach sich Kregel auch für einen zukunftsgerechten Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) aus, der in den darauf folgenden Jahren immer wieder erweitert werden könnte. Seiner Ansicht nach würden aber die oft diskutierten Umweltzonen nicht die erhoffte Wirkung erzielen.

Die Zweifel hinsichtlich der Effektivität von Umweltzonen teilte auch Karl Kress, Landtagsabgeordneter der CDU. Oftmals stürze man sich viel zu sehr auf die Kraftfahrzeuge als Verursacher, was einen überzogenen Aktionismus darstelle. Er hätte sich in diesem Zusammenhang eine tiefer gehende Analysen der Ursachen gewünscht. Die Politik müsse Rahmenbedingungen setzen, die erfüllbar seien und die Verhältnismäßigkeit wahren, weshalb er sich vor allem für Anreize für Industrie und Wirtschaft aussprach, aber auch verkehrspolitische Maßnahmen betonte, wie beispielsweise den Bau von Kreisverkehren. (nhs)



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