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Heimliche Überwachung bei Ikea

Erstellt 30.04.08, 08:45h

Beim Möbelriesen Ikea sollen einem TV-Bericht zufolge Mitarbeiter überwacht und Betriebsräte massiv unter Druck gesetzt worden sein. Der schwedische Möbelbauer wehrte sich energisch gegen die Vorwürfe.

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Ikea muss sich schwere Vorwürfe gefallen lassen.
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Ikea muss sich schwere Vorwürfe gefallen lassen.
Mainz - Beim Möbelriesen Ikea sollen einem ZDF-Bericht zufolge Mitarbeiter überwacht und Betriebsräte massiv unter Druck gesetzt worden sein. Mitarbeiter seien ohne Zustimmung des Betriebsrats mit Kameras überwacht und zudem illegal Protokolle über den Gesundheitszustand von Beschäftigten angefertigt worden, berichtete das ZDF-Magazin "Frontal21" am Dienstag vorab. Eine Vertreterin der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi sagte dem Bericht zufolge, Betriebsräte würden bei Ikea "wie Vogelfreie" behandelt. Der Möbelriese wies die Vorwürfe zurück.

Wer bei Ikea Betriebsrat geworden sei, könne eigentlich darauf warten, "dass er irgendwann mal zur Aufgabe seines Arbeitsplatzes gezwungen wird", sagte Verdi-Vertreterin Christina Frank "Frontal21". Eine ehemalige Ikea-Führungskraft sagte dem Magazin: "Man bekommt immer eingebläut: Der Betriebsrat ist der Gegner." Frank sagte zudem, Ikea verlange alles von den Mitarbeitern, "absolute Flexibilität, körperlichen Einsatz bis zur Erschöpfung, Krankheit wird kaum akzeptiert."

Ikea wehrt sich

Ikea wehrte sich gegen die Vorwürfe. In den Konzernhäusern werde grundsätzlich ein offener, fairer und respektvoller Umgang miteinander gepflegt, erklärte das Unternehmen. Es werde in keinem Fall geduldet, dass Führungskräfte von den Grundsätzen abwichen. Die in dem "Frontal21"-Beitrag gegen einzelne Führungskräfte erhobene Kritik werde jedoch ernst genommen und jede einzelne Behauptung überprüft. Sollten sie zutreffen, würden auch die nötigen Konsequenzen gezogen. Ikea warf dem ZDF-Magazin allerdings vor, überwiegend schon seit Jahren zurückliegende Vorkommnisse aufzuführen. In diesen Fällen habe der Konzern längst gehandelt und teilweise auch personelle Konsequenzen gezogen.

Der stellvertretende Vorsitzende des Gesamtbetriebsrates, Thomas Ossowicki, reagierte laut Ikea mit Unverständnis auf die Vorwürfe. Die Aussagen der Verdi-Vertreterin könne er nicht nachvollziehen, erklärte Ossowicki. Sicher gebe es auch bei Ikea strittige Themen. Betriebsräte und Unternehmensführung versuchten aber immer, diese gemeinsam und im konstruktiven Dialog miteinander zu lösen.

(afp)



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