Von JUTTA-EILEEN RADIX, 30.04.08, 15:16h, aktualisiert 02.05.08, 22:18h
Doch auch für die Eltern sei es häufig schwierig, zu akzeptieren, dass ihr Kind unter einer Behinderung oder Beeinträchtigung leidet. Das führe dazu, schildert die Fachfrau, dass Probleme über Jahre negiert würden - bis die ganze Familie am Ende ihrer Kräfte sei.
An diesem Punkt bietet der Sommerberg verschiedene Wege, Kindern, Jugendlichen und ihren Familien zu helfen: ambulante Unterstützung, die innerhalb der Familien geleistet wird, Tagesgruppen beispielsweise für Kinder mit seelischen Beeinträchtigungen, Entwicklungsstörungen, Konzentrationsproblemen oder autistoiden Störungen, aber auch stationäre Intensivgruppen sowohl für jüngere Kinder als auch für Jugendliche oder junge Erwachsene mit geistiger oder Mehrfachbehinderung.
Arbeit mit Schulen
In Rösrath hat die Awo-Betriebsgesellschaft ein großes Gelände mit mehreren Wohngruppen, Tagesgruppen, Werkstätten, Hochseilgarten und Sporthalle. Zudem betreibt „Der Sommerberg“ Wohngruppen im Rhein-Sieg-Kreis, im Rheinisch-Bergischen Kreis und im Oberbergischen Kreis, ist in Köln, Bonn und Düren präsent. Allein im rechtsrheinischen Köln wird in Porz, Kalk und Mülheim die Nachmittagsbetreuung an drei Förderschulen geleistet.
In Rösrath arbeitet der Sommerberg mit der Martin-Luther-King-Schule zusammen und fördert Kinder und Jugendliche an der Schule in ihrer emotionalen und sozialen Entwicklung. Oberstes Ziel bei allen Angeboten ist es, den Familien eine Perspektive zu bieten und möglichst Wege zu finden, um Kinder und Jugendliche zurück in ihre Herkunftsfamilien zu bringen.
Aus der vollstationären Unterbringung soll der Weg zu einer ambulanten Hilfestellung führen. Bei geistigen oder seelischen Behinderungen gilt es, den Betroffenen ein möglichst selbstständiges Leben zu ermöglichen. Sie sollen das Rüstzeug gewinnen, ihren Alltag zu bewältigen. All das geht nur mit einer intensiven und sehr individuellen Förderung jedes Einzelnen. In den Intensivgruppen in Rösrath liegt der Personalschlüssel bei 0,7 Vollzeitstellen pro Kind.
„Jugendliche leben heute stärker als noch vor zehn Jahren in einem Klima der Brutalität“, hat Stelling beobachtet, „werden in deutlich jüngerem Alter mit Drogen und Gewalt konfrontiert.“ Entsprechend wichtiger ist der Schonraum geworden, den sie am Sommerberg finden können - mit vertrauten Erziehern, die nach der Schule zuhören, helfen und betreuen oder als vertraute Bezugspersonen rund um die Uhr für die Kinder und Jugendlichen da sind.
Schwere der Erkrangungen erhöhtErhöht hat sich auch die Schwere der Störungen und Erkrankungen, die das Sommerberg-Team auffangen muss. „Wir haben hier Mädchen, die sich ritzen, hoch aggressive Jungs - hier leben heute Kinder, die vor einigen Jahren noch für lange Zeit stationär in der Psychiatrie geblieben wären“, beschreibt Stelling die Veränderungen.
Iris Weyrauch, Leiterin der Intensiv-Gruppe, berichtet, dass ihre derzeit acht Schützlinge immer wieder froh sind, in ihr temporäres Zuhause zurückkehren zu können. „Bei einigen Jugendlichen spürt man, dass ihnen Außenkontakte eher Angst machen.“ Auch hier ist behutsame Arbeit der Erzieher gefragt, um die Jugendlichen Schritt für Schritt auf dem Weg in ein selbstbestimmtes Erwachsenenleben zu begleiten.
Auch wenn es ein langer und mühseliger Weg ist - in vielen Fällen kann die intensive Betreuung nach und nach verringert werden. Familien überwinden ihre Krise und schaffen es wieder gemeinsam, Jugendliche haben Erfolg in Schule oder Ausbildung, und junge Erwachsene können irgendwann auf eigenen Beinen stehen.
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Hedwig Neven DuMont
Viele Kinder leiden unter Depressionen, Lernbehinderungen und Krankheit. Manche werden als „sozial gestört“ abgestempelt. Sie alle brauchen unsere Hilfe. Hilfe, um aus ihrem dunklen seelischen Loch herauszukommen. Hilfe durch gesunde Freizeitangebote und das Teilhaben an Sport und anderem mehr.
Diese Kinder müssen wir an die Hand nehmen und ihnen eine Chance geben, körperlich und seelisch zu gesunden. Unser Thema bis Oktober 2012 lautet deshalb: „wir helfen – um alle Kinder hier an die Hand zu nehmen.“

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