Von THORSTEN MOECK, 05.05.08, 20:11h
Die Diebe hatten sich mächtig ins Zeug gelegt, denn statt die niedlichen Tiere einzeln aus dem Käfig zu nehmen, hatten sie gleich den gesamten Stall aus massivem Holz über den Gartenzaun gestemmt. „Die Kinder haben zwei Stunden lang geweint, das war eine Katastrophe“, sagt Vater Ralf Samary. Sofort setzte er sich an den Computer und entwarf Fahndungsplakate, auf denen neben den Fotos der Tiere in dicken roten Lettern geschrieben stand: „Ich wünschte, die gemeinen Diebe könnten das Weinen meiner Kinder hören.“
Die emotionale Zeugensuche hatte ziemlich schnell Erfolg. Ein Mädchen (12) aus der Nachbarschaft berichtete der Familie, den Diebstahl beobachtet zu haben. Das Kind fand sogar heraus, in welcher Wohnung sich die Meerschweinchen befanden. Ralf Samary zögerte keine Sekunde, verständigte die Polizei, die daraufhin den Bereitschaftsstaatsanwalt einschaltete und einen Durchsuchungsbeschluss erwirken ließ. Mit dem offiziellen Dokument stürmte die Polizei dann die Wohnung einer Familie aus der Nachbarschaft, um Tommy, Emma und Puschel zu befreien. Mit Erfolg.
Ein zwölfjähriger Junge hatte die Meerschweinchen mit nach Hause gebracht und seiner Mutter erzählt, den Stall mit den Tieren auf der Straße gefunden zu haben. Inzwischen leben die Meerschweinchen wieder im Garten von Familie Samary. Die Tränen seiner Töchter sind getrocknet. Den Tieren geht es gut.
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