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Geschäftsleute fühlen sich betrogen

Von THORSTEN MOECK, 14.05.08, 20:40h, aktualisiert 15.05.08, 07:15h

In einem Internet-Portal wird für kleine Läden geworben - ohne dass die Besitzer davon wussten. Sie sehen ihre Urheberrechte verletzt. Das Landgericht muss sich nun mit dem kuriosen Fall beschäftigen.

Bild: Moeck
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Recherche am Computer: Jürgen Heuel
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Recherche am Computer: Jürgen Heuel

Ira Kunert war stocksauer, als sie kürzlich auf der Internetseite „kölner-suchmaschine.de“ eine Werbeanzeige für ihr Geschäft entdeckte. „Die Anzeige war unheimlich schlecht gemacht. Die haben dafür einfach das Logo von meiner Homepage kopiert“, sagt sie. Dass ihr Sülzer Geschäft überhaupt auf der Seite beworben wurde, habe sie nicht gewusst. So wie Ira Kunert ging es auch anderen Geschäftsleuten aus Sülz, Lindenthal und Nippes. Inzwischen haben einige Ladenbesitzer ihre Rechtsanwälte eingeschaltet. Auch die Stadt Köln ist nach eigenen Angaben bereits wegen Verletzungen des Urheberrechts gegen den Betreiber der Suchmaschine vorgegangen.

Vor einigen Wochen ist Jürgen Heuel aus Sülz auf die Internet-Suchmaschine aufmerksam geworden und hat nach kurzer Recherche herausgefunden, dass die Läden vieler Geschäftsleute ohne deren Wissen beworben wurden. Bezahlen mussten sie dafür nicht. „Die Betreiber der Seite versuchen Anzeigenkunden zu akquirieren und zeigen die selbst gebastelten Anzeigen als Referenzen vor“, sagt Heuel. Nachdem er über diese Art der Werbung auf seiner eigenen Homepage berichtet hatte, um andere Geschäftsleute zu warnen, befindet er sich mitten in einer juristischen Auseinandersetzung mit dem Betreiber der Suchmaschine. Er sollte eine Unterlassungserklärung unterschreiben. Am Freitag wird dieser Fall das Kölner Landgericht beschäftigen.

Bei der Suchmaschine handelt es sich um eine Art Branchenbuch, in der verschiedene Geschäfte mit Fotos, Anschrift und Öffnungszeiten vorgestellt werden. Sandra Kohnen, Inhaberin eines Ladens für Kindermode in Lindenthal, hat auf der Homepage der Suchmaschine eine Anzeige schalten lassen. „Mir wurde gesagt, dass es sich um eine Seite handelt, auf der nur Geschäfte der Dürener Straße stehen. Ich fühle mich hinters Licht geführt“, sagt Kohnen. Für die Annonce habe sie rund 310 Euro zahlen müssen. Auch sie hat inzwischen einen Rechtsanwalt eingeschaltet.

Auf Anfrage des „Kölner Stadt-Anzeiger“ wollte sich der Betreiber der Suchmaschine am Mittwoch nicht zu den Vorwürfen äußern. In dem Brief, den Jürgen Heuel vom Anwalt des Betreibers erhielt, heißt es: „Die von meinem Mandanten betriebene Homepage verkauft sich gut.“ Die von Heuel geübte Kritik stelle eine „massive Verleumdung meines Mandanten sowie eine massive Anschwärzung des gesamten Gewerbebetriebs dar“.

Die Werbeanzeige für das Geschäft von Ira Kunert ist inzwischen aus der Suchmaschine verschwunden. „Ich habe mich am Telefon beschwert, das hat gereicht“, sagt sie.



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