Von DETLEF SCHMALENBERG, 16.05.08, 21:53h
Unter dem Motto „Nein zur Großmoschee“ hatte die umstrittene Polittruppe, die vom Verfassungsschutz unter der Rubrik „Rechtsextremismus“ beobachtet wird, am Donnerstagabend zu einer angeblichen „Bürgeranhörung“ ins Ehrenfelder Bezirksrathaus geladen. Gegen das Treffen protestierten etwa 80 junge Demonstranten vor der Tür des Rathauses.
Obwohl sie lediglich Hausrecht für den Veranstaltungssaal im ersten Stock hatten, haben Repräsentanten von „Pro Köln“ nach Aussage von Zeugen zeitweise eine Besucherkontrolle am Eingang des Hauses durchgeführt. Dabei sei ein in Zivil gekleideter Polizist aufgehalten und nach draußen geschubst worden. Anschließend sei dem Beamten, der
Strafanzeige wegen Körperverletzung erstattete, unter anderem ein Arm verdreht worden. Die Attacken hätten selbst dann nicht nachgelassen, nachdem er sich als Polizist ausgewiesen habe, heißt es.
Auch die 28-jährige Asligül Y., die gegen die „Pro-Köln“-Veranstaltung demonstriert hat, erstattete Anzeige wegen Körperverletzung. Auf einem Gang, der zum Veranstaltungssaal führt, habe der „Pro-Köln“-Funktionär Jörg Uckermann versucht, sie zu fotografieren, berichtete die Frau dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. „Das dürfen Sie nicht, wieso machen Sie das?“, habe sie sinngemäß gerufen und eine
Hand vor die Linse der Kamera gehalten. Uckermann habe sie daraufhin getreten. „Als ich versuchte, mich zu wehren, kamen noch weitere »Pro-Köln«-Leute hinzu.“ Einer habe sie geschlagen, ein anderer geschubst.
Als sie schließlich zu Boden gefallen sei, hätten einige Männer auf
sie eingetreten.
Ein Zivilpolizist, der die Szene offensichtlich beobachtet hatte, soll schließlich eingeschritten sein. Als er und eine Kollegin die geschockte Studentin aus der Gefahrenzone bringen wollten, sei die Polizeibeamtin von hinten getreten worden.
Von wem, ist nicht bekannt. Bei den Auseinandersetzungen soll nach Zeugenaussagen auch der stellvertretende „Pro-Köln“-Vorsitzende Markus Wiener handgreiflich geworden sein.
„Zu keinem Zeitpunkt“ habe es „Körperverletzungshandlungen“ gegeben, widerspricht der „Pro-Köln“-Vorsitzende Markus Beisicht. Durch die „abstrusen Beschuldigungen“ soll seine Organisation doch nur „kriminalisiert werden“. Vielmehr seien es „Linksextremisten“ gewesen, die im Rathaus „eine regelrechte Menschenjagd gegen Andersdenkende“ veranstaltet hätten. Von gewalttätigen Ausschreitungen linker Demonstranten indes sei nichts bekannt, sagte am Freitag ein Polizeisprecher.
Pro Köln Kommentar
26.05.2009 | 20.02 Uhr | judge08
Hallo, was ist denn hier los? Da wird eine Bürgerrechtsbewegung einfach in die rechte Ecke abgeschoben. Mit dem Kommentar, "Ultra Rechts", das ist ja…
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