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Veedel fühlen sich betrogen

Von ANJA KATZMARZIK, 21.05.08, 21:22h, aktualisiert 21.05.08, 22:26h

Das Vorgespräch zu den Sonntagsöffnungen der Geschäfte fand ohne Beteiligung der Vororte statt. Die IG VorOrt kritisiert Stadtdirektor Guido Kahlen, der DGB gibt „der Wirtschaft“ die Schuld für fehlenden Konsens.

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Die verkaufsoffenen Sonntage in der City locken regelmäßig Hunderttausende Besucher an. Die Einzelhändler in den Veedeln fühlen sich gegenüber der Innenstadt benachteiligt. (Archiv)
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Die verkaufsoffenen Sonntage in der City locken regelmäßig Hunderttausende Besucher an. Die Einzelhändler in den Veedeln fühlen sich gegenüber der Innenstadt benachteiligt. (Archiv)
In dem Bemühen, die gescheiterte und derzeit aufgelöste „Große Konsensrunde“ zum Thema „Verkaufsoffene Sonntage“ wieder an einen Tisch zu kriegen, hat Stadtdirektor Guido Kahlen die Interessengemeinschaft der Einzelhändler aus den Vororten verärgert.

Auf Einladung des Stadtdirektors tagte eine „Sondierungsgruppe“ als Teil der „Kleinen Konsensrunde“, der bisher auch die „IG Köln VorOrt“ angehört hatte. Der Katholikenausschuss nahm wieder teil, ebenso Vertreter der Gewerkschaften, der Industrie- und Handelskammer, des Einzelhandelsverbandes sowie des Ordnungsamtes. Nur die IG war nicht geladen.

„Wir sind äußerst erstaunt, dass Herr Kahlen offensichtlich keinen Wert auf die Position und die Ängste der Veedelskaufleute in Köln legt, zumal wir am stärksten betroffen sind“, so Michael Musto, Vorstandssprecher der „IG Köln VorOrt“ sowie der IG Dellbrücker Hauptstraße.

"Null Chance"

Als eine mögliche Lösung steht im Raum, dass in den neun Stadtbezirken drei statt der vier möglichen Sonntagsöffnungen stattfinden - aber für den gesamten Stadtbezirk je an einem Sonntag, damit die kommerziellen Sonntage nicht „ausufern“. „Das würde bedeuten, dass neben der Innenstadt auch die Severinstraße, die Neusser Straße, die Innere Kanalstraße, der Eigelstein und die Deutzer Freiheit zusammen mit der Schildergasse und der Hohe Straße am selben Sonntag öffnen.

Gegen die City haben diese Standorte null Chance“, so Musto. Im Stadtbezirk Lindenthal würde es an drei selben Sonntagen zu einem Wettkampf zwischen der Dürener Straße, dem Carrée Sülz-Klettenberg, der Aachener Straße und dem Rheincenter in Weiden sowie den Möbelhäusern in Marsdorf kommen. Jürgen Strahl, Vorsitzender der IG Köln VorOrt und Ring Lindenthaler Geschäftsleute, fordert Kahlen auf, „nicht so leichtfertig mit dem Wirtschaftsstandort Veedel umzugehen“ und seine Forderung „unverzüglich zu überdenken“. Sonst scheitere die Rettung der Kölner Konsensrunde „in jedem Fall“.

Kahlen beteuert, es habe sich lediglich um ein Sondierungsgespräch gehandelt. „Es ging nur darum, wieder ins Gespräch zu kommen“, nachdem der Katholikenausschuss, der für eine „Null Sonntage“-Lösung ist, die Große Konsensrunde verlassen hat.

Kölns DGB-Chef Wolfgang Uellenberg van Dawen wird da deutlicher. „Worauf wir warten, ist ein verbindliches Signal aus der Wirtschaft. Es ist kontraproduktiv von Herrn Musto, zum jetzigen Zeitpunkt derart querzuschießen. Er hat sich selber ausgeladen.“



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