Von Helmut Frangenberg, 26.05.08, 21:55h, aktualisiert 16.01.09, 18:56h
Der parlamentarische Geschäftsführer der Grünen und Kölner Bundestagsabgeordnete Volker Beck hat den Verantwortlichen vorgeworfen, in der Schule „latente Homophobie“ angeheizt zu haben. In einem offenen Brief an die Kabarettisten Jürgen Becker, Wilfried Schmickler, den Journalisten Martin Stankowski und Ingo Appelt schreiben Beck und der Landesvorsitzende der Grünen, Arndt Klocke: Täter von Gewalttaten gegenüber von Lesben und Schwulen seien „oft Menschen mit geringem Bildungsabschluss und Migrationshintergrund“. Diesem „Phänomen“ hätte man offensiv entgegentreten müssen, anstatt das Wort „schwul“ in einem „abwertenden Kontext“ zu benutzen.
Synonym für Weichei
Ingo Appelt, aber auch Jürgen Becker haben die Kritik zurückgewiesen, die auch in einer Erklärung der Kölner FDP und in zahlreichen Leserbriefen an den „Kölner Stadt-Anzeiger“ zum Ausdruck kam. Man müsse die Sprache der Jugendlichen sprechen, wenn man an sie herankommen wolle, so Appelt. „Im Hauptschuljargon ist »schwul« ein gängiges Synonym für Weichei.“ Die Reaktionen seien „total übertrieben, aber auch unterhaltsam“. Von Diskriminierung zu sprechen sei „albern“. „Diskriminiert werden in dieser Gesellschaft Jugendliche mit Hauptschulabschluss.“ Und die hätten sich mit ihrem Lied durchaus selbst auf die Schippe genommen, sagt Appelt. Die Hauptschule „cool“ zu nennen sei genauso schwachsinnig wie das Abitur als „schwul“ zu bezeichnen.
„Beim Schulfest hat sich niemand beschwert, auch meine schwulen Freunde nicht“, sagt Jürgen Becker. „Satirefähigkeit gehört zur Bildung. Aber es gibt immer auch simple Gemüter, die alles wörtlich nehmen.“ Becker verweist auf eine Nummer bei der Ziegenbartsitzung, bei der eine Neunjährige auf die Melodie der schwäb'schen Eisenbahn gesungen habe: „Ulla-Trulla-Biolek, Wowereit und Volker Beck. Plato. Händel. Jean Cocteau. Keiner war ein Hetero.“ Dieses Lied, gesungen von einer Neunjährigen und im Saal mit tosendem Applaus bedacht, habe nach der Fernsehübertragung einen Sturm der Entrüstung ausgelöst - „damals aus der anderen Richtung“.
Suche nach einem Termin
Mit einer Einladung an Volker Beck wollen die Künstler nun die Wogen glätten. Er soll selbst mit den Schülern der 8a in der Borsigstraße sprechen, die sich wohl niemals gedacht hätten, einmal Thema einer bundesweiten Debatte zu werden. Beck nannte die Einladung „eine gute Idee“. Man suche jetzt einen Termin.
| JETZT BESTELLEN! 4 Wochen Kölner Stadt-Anzeiger zum Vorzugspreis. Sie sparen mehr als 35%. |
|
Anzeige
22. April 2012,
E-Werk Köln
Foto auf Leinwand günstig vom Testsieger
Werbeagentur Verzeichnis Köln Bonn
Werbeagentur / Internetagentur, Köln
Kfm. Umschulungen + Seminare in Köln
Holzspielzeug gesucht, gefunden, geliebt